Eine Würdigung in der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" war es, welche auf Alo Altripp 1984 aufmerksam machte. Die Namensgleichheit mit unserer Gemeinde machte stutzig, wer verbarg sich dahinter? Eines wussten wir aus diesem Zeitungsbericht, Alo Altripp war einer der bedeutendsten Maler der gegenstandslosen Malerei, er war weltbekannt, davon zeugten seine Ausstellungen in namhaften Galerien vieler Länder und Städte.
An sich ein interessanter Mann, es war also an der Zeit, ihn näher kennenzulernen.
Informationen wurden im Zusammenwirken mit dem Leiter der Kreisvolkshochschule Ludwigshafen, Meinolf Schmid, eingeholt, die Adresse des Künstlers, welcher seit einigen Jahrzehnten in Wiesbaden lebte, ermittelt. Meinolf Schmid und Jürgen Jugenheimer wollten diesen Künstler kennenlernen; wer verbarg sich hinter diesem Namen Alo Altripp?
Das Kunstunternehmen Alo Altripp begann. Es pilgerten Meinolf Schmidt und Jürgen Jugenheimer im März 1994 nach Wiesbaden, selbstverständlich vorher angemeldet, doch ohne zu wissen, was sie erwartete.
Es erwartete uns der Künstler selbst, um gleich zu erläutern, dass er eigentlich mit Altrip gar nichts zu tun haben möchte. Wir waren überrascht über diesen Empfang und über diese Aussage. Alo Altripp, ein Mann von damals 78 Jahren, dynamisch in seiner Art, erzählte uns dann ohne Umschweife seine Lebensgeschichte, dabei nahm seine Abneigung gegen Altrip einen breiten Raum ein. Alo Altripp hieß nicht immer so, er wurde 1906 in Altrip als Friedrich Schlüßel geboren. Seine Eltern Heinrich und Katharina Schlüßel lebten zu dieser Zeit hier in Altrip, der Vater war Buchhalter in der Ziegelei Baumann. Er wuchs einige Jahre in seiner Geburtsgemeinde auf, bis die Familie nach Wiesbaden übersiedelte. Nach Abschluss der Schule absolvierte Friedrich Schlüßel von 1920-1924 eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Mainz, von 1924-1925 folgte ein Besuch der Meisterschule für das Malerhandwerk in München.
1925-1926 führte er ein Studium an der Akademie für Kunst und Gewerbe in Dresden durch.
1928-1929 arbeitete der Künstler als Theatermaler am Staatstheater in Wiesbaden.
Friedrich Schlüßel erinnerte sich an seinen Geburtsort Altrip, 1906 noch geschrieben mit zwei "pp", er wollte weiter arbeiten, er wollte sich nicht unterwerfen unter das Machtdiktat der Nazis.
Aus Friedrich Schlüßel wurde Alo Altripp, ein Name, welcher seinen weiteren Lebensweg begleitete.