Die verheerenden Einfälle der Germanen und der Fall des Limes zwangen die Römer zu einer neuen Art der Grenzverteidigung. Das alte Verteidigungskonzept mit der Konzentration der Legionen an den Grenzen war überholt. Der Druck der Barbaren auf das römische Reich war zu groß geworden.
Im 4. Jahrhundert übernahmen daher schnelle berittene Eingreiftruppen und starke Flottenverbände den Schutz der römischen Provinzen. Daneben sicherten neue Wehrbauten strategisch wichtige Punkte, im Hinterland wurden Wehrtürme und Höhenbefestigungen neu angelegt.
Das Kastell Altrip, unter Kaiser Valentinian errichtet, ist ein beeindruckendes Beispiel einer neuen Befestigungsanlage. Es kontrollierte gemeinsam mit verschiedenen kleineren Befestigungen und rechtsrheinischen Brückenköpfen den Zusammenfluss von Rhein und Neckar.
Standort
Das Kastell wurde linksrheinisch auf einem Erd-/Sandhügel, gegenüber der antiken Neckarmündung errichtet.
Zur Befestigungsanlage gehörte außerdem rechtsrheinisch ein Burgus (Späh-Turm), sowie eine Schiffsanlegestelle /Schiffslände.
Die Bauarbeiten der Schiffslände - so die Geschichtsschreiber Marcellinus und Symmachus - wurden durch Kaiser Valentinian I. persönlich überwacht.
Die mit Türmen besetzten Flügelmauern riegelten zwischen Turm und Fluss einen 170 qm großen Bereich ab, so dass Schiffe innerhalb der Anlage bequem landen konnten.
Der Burgus: Es hat noch eine weitere Kleinfestung existiert, von der heute keine Spuren mehr vorhanden sind, da sie seit der Änderung des Flusslaufes 1609 inmitten des Flusses lag.
Eine feste Brückenverbindung hat wohl zu keiner Zeit bestanden, allenfalls wurde der Flussübergang mit einer Schiffsbrücke bewältigt, normalerweise jedoch mit Fähren.
Das Festungsbauprogramm Valentinians am Rhein