Im Herbst 1923 gab es mit Unterstützung Frankreichs in der damals zu Bayern gehörenden Pfalz separatistische Bestrebungen. Im Oktober 1923 wurde im Ludwigshafener Bezirksamt (heutige Kreisverwaltung) eine rund 40köpfige Schutzwache eingerichtet, die jedoch am 31. Oktober 1923 von den Franzosen entwaffnet wurde. Die Mitglieder der Schutzwache wurden zum Teil abgeführt und misshandelt. Frankreich unterstützte überhaupt sehr nachhaltig die Sonderbündler im gesamten linksrheinischen Gebiet.
Nachdem die Separatisten am 12. November 1923 das Speyerer Regierungsgebäude besetzt hatten, wich die Regierung zunächst nach Ludwigshafen, dann nach Heidelberg und schließlich sogar in den Untergrund aus.
Der Landwirt und Bauernführer Franz Josef Heinz aus Orbis (kurz Heinz-Orbis genannt) erklärte sich im Anschluss an den Dortenputsch in Wiesbaden mit Hilfe der französischen Besatzungsmacht im November 1923 zum Präsidenten der "Autonomen Pfalz" in Speyer.
Am 23. November 1923 besetzten die Separatisten mit französischer Hilfe das Bezirksamt. Am gleichen Tag fuhr um die Mittagsstunde ein PKW mit Rot-Kreuz-Abzeichen vor dem Bürgermeisteramt in Altrip vor. Sechs Separatisten, bewaffnet mit Revolver und Handgranaten, besetzten das Gemeindehaus und entwaffneten den Polizeioberwachtmeister Schneider. Der Anführer war ein ehemaliger Altriper namens Fritz Keppel. Er hatte zwei Revolver schussbereit auf den Polizeidiener gerichtet, während zwei seiner Komplizen mit den Handgranaten wurfbereit am Büroeingang standen. Keppel erklärte, im Namen der "Rheinischen Republik" seien alle Waffen abzuliefern. Der Überfall dauerte nur zwei Minuten und dann zogen die Separatisten wieder ab.
In den folgenden Tagen bildete sich in Altrip eine Separatistengruppe, die an Aktiven und Mitläufern mindestens über neun Anhänger verfügte.
Nachdem die Polizei eine am 30. November 1923 auf den Nachmittag angesetzte Erwerbslosenversammlung auf dem Messplatz aufgelöst hatte, forderten die Altriper Separatisten telefonisch Verstärkung aus Ludwigshafen an.
Ein Auto und später auch ein LKW mit ca. 20 Anhängern der "Aktion" fuhren beim Bürgermeisteramt vor, umringten die Beschäftigten und bedrohten sie mit vorgehaltenen Revolvern.
Im Rathaus wurden Schränke und Behältnisse aufgebrochen und durchgewühlt. Was die Separatisten gebrauchen konnten, nahmen sie mit, angefangen von der Gebührenkasse mit 128 Milliarden Papiergeld über Tisch- und Altardecke bis zu Pinseln und Glühbirnen.
Der Anführer des Trupps, Michaelis, verlangte auch eine Loyalitätserklärung vom 1. Bürgermeister Adam Schneider IV. Der Bürgermeister erklärte sich unter diesen Umständen jedoch als "amtsmüde". Michaelis gewährte daraufhin eine unbegrenzte Bedenkzeit, öffnete das Fenster und hielt eine Rede für die "Rheinische Republik". Anschließend wurde die grün-weiß-rote Fahne der Separatisten gehisst. Neben vier Altriper Anhängern der Aktion ließ Michaelis weitere elf Mann zur Besetzung des Rathauses zurück und verließ mit den übrigen Separatisten Altrip.
In der Nacht zum 1. Dezember 1923 ging die "Wache" zu Plünderungen über und stattete, unter erneuter Verstärkung aus Ludwigshafen, der Villa Baumann einen "Besuch" ab.
Der Bäckermeister Christoph Engelhorn bewirtete die Truppen im Gemeindehaus reichlich mit Wein und gab sogar zu Ehren der "Pfalzbefreier" in seinem Haus ein Festessen. Insgeheim fühlte er sich schon als 1. Bürgermeister von Altrip. Die Altriper Jugend erlaubte sich daraufhin den Ulk, ein Plakat am Hause des Bäckermeisters mit der Aufschrift
"Ich bin kein Jud, ich bin kein Christ,
ich bin ein armer Separatist."
'gez. Chr. Engelhorn,
eparatistenbürgermeister'
anzubringen.
Dieser Anschlag wurde als schwere Beleidigung angesehen und bei der "Autonomen Regierung der Pfalz" in Speyer in Verwahrung genommen. Die Fahndung nach den Schreibern blieb allerdings erfolglos.