Wasserversorgung künftig auch im Notfall gesichert

Verbundleitung zum Anschluss an das Netz der Technischen Werke Ludwigshafen in Dienst gestellt

Das Trinkwasser in der Gemeinde Altrip kommt künftig von den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL). Damit erhöhe sich für die Einwohner die Versorgungssicherheit vor allem in Krisenzeiten, sagten Bürgermeister Jürgen Jacob (FWG) und Dr. Gerhard Weissmüller, technischer Vorstand der TWL, bei der Einweihung der neuen Verbundleitung am Montag.

Als einzige Einrichtung im Land habe das örtliche Wasserwerk bislang vollkommen eigenständig die Kommune mit Trinkwasser versorgt. „Bei einem Totalausfall wären wir auf dem Trockenen gesessen”, sagte Jacob. Um eine solche Situation zu verhindern, habe es des Anschlusses an ein benachbartes Netzwerk bedurft. Die hohen Investitionskosten für die nötigen Leitungen hätten aber in Sonderabgaben an die Bürger weitergegeben werden müssen, weshalb die Gemeindeverwaltung in den zurückliegenden Jahren stets vor der Maßnahme zurückgeschreckt sei.

In den Verhandlungen mit der Pfälzischen Mittelrheingruppe sowie den TWL hätten letztere schließlich das bessere Angebot unterbreitet: „Das Unternehmen erklärte sich bereit, zunächst die anfallenden Kosten von rund 1,8 Millionen Euro zu übernehmen. Außerdem erhielten wir die Möglichkeit, diese Summe über die Wasserpreise zu finanzieren und innerhalb der nächsten zehn Jahre an die TWL zurückzuzahlen. Dadurch bleiben die Preise stabil”, erklärte Jacob die Einzelheiten.

In zwei Bauabschnitten entstand ab April 2006 die etwa 4,6 Kilometer lange Verbundleitung zum TWL-Netz. Dabei wurden rund 8000 Kubikmeter Erde ausgehoben, 322 Tonnen Rohre verlegt und eine Druckerhöhungsstation mit drei Pumpen errichtet. „Eine besondere technische Herausforderung stellte der Rheinhauptdeich dar, unter dem wir die Leitungen durchpressen mussten, ohne dass der Hochwasserschutz darunter leidet”, informierte Weissmüller.

Das alte Wasserwerk werde entgegen anders lautenden Gerüchten und Befürchtungen nicht geschlossen, sagte Bürgermeister Jacob. Im Zuge der Maßnahme sei es überholt, zum Teil umgebaut und mit modernster Technik ausgestattet worden. Mit deren Hilfe könnten etwaige Störungen nun aus der Ferne festgestellt und behoben werden. Um im Notfall jederzeit einspringen und den Trinkwasserbedarf in der Gemeinde stillen zu können, werde das Werk zum Zwecke der Instandhaltung künftig an einigen Tagen im Monat Wasser fördern und an die örtlichen Haushalte liefern.

Nach der Inbetriebnahme der Verbindung zapften sich Jacob und Weissmüller gleich die ersten Tropfen aus der Leitung, um sich selbst von der Qualität des Ludwigshafener Wassers zu überzeugen und auf die gelungene Zusammenarbeit anzustoßen. „Die Umsetzung dieses umstrittenen Projekts war für unsere Gemeinde immens wichtig, dazu stehe ich”, erklärte der Bürgermeister. (mamü)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 2. Mai 2007)