Eiche grün, Eschen krank

Die Retzereiche in Altrip scheint gerettet - Jetzt geht es Nachbarbäumen schlecht

Die berühmte Retzereiche in Altrip erholt sich wieder, berichtet das Forstamt Pfälzer Rheinauen. Kleiner Wermutstropfen: Den Eschen um die Eiche rum geht es nicht so gut.

Hat sich wieder erholt: die Retzereiche bei Altrip. FOTO: FORSTAMTDie Retzereiche in Altip blüht wieder auf, berichtet Ernst Christian Driedger vom Forstamt Pfälzer Rheinauen. Nach der Radikalkur im Herbst 2010 scheint sich der bei den Altripern beliebte Baum wieder erholt zu haben. Pilzbefall und Sturmschäden hatten in der Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen. Daraufhin wurde die Retzereiche hohl und morsch. Sie drohte auseinanderzubrechen und sollte sogar gefällt werden. Um sie noch zu retten, wurden daher im Jahr 2010 rund zwei Drittel der Baumkrone entfernt (wir berichteten).

„Aus den verbliebenen Ästen treibt wieder frisches Grün. Das gibt Hoffnung, dass die Eiche den Schock überwunden hat”, sagt der Förster. Der Baum habe seine „Hauptassimilation” von den oberen auf die unteren Äste umgestellt. Das heißt, dass der Stoffwechsel zur Energiegewinnung jetzt dort stattfindet. Somit scheint sich der Einsatz der Gemeinde gelohnt zu haben.

Vor allem die ältere Generation setzte sich für die Erhaltung der Eiche ein. An dem seit 1953 als Naturdenkmal geschützten Baum hingen viele Erinnerungen. Die Retzereiche war früher ein beliebter Treffpunkt für Verliebte, weil sie entfernt vom bebauten Ort liegt. Auch heute steuern Wanderer und Radfahrer den Baum noch gerne an.

Grund zur Sorge bereiten dem Förster zur Zeit jedoch die Nachbarbäume. Denn: Die Eschen sind vom sogenannten „Eschentriebsterben” befallen. Dies ist ein Pilzbefall, der die Bäume im Inneren angreift. „Das Problem ist, dass diese Krankheit neu ist. Die Biologie des Pilzes ist noch nicht erforscht”, erklärt Driedger. Durch solche Krankheiten fielen schon ganze Baumarten aus, weil nicht bekannt war, wie man dagegen vorgehen muss, berichtet das Forstamt. Deswegen könne man keine genaue Prognose stellen, aber es sehe momentan eher schlecht aus. Vor allem weil die Esche eine Hauptbaumart in den Auenwäldern sei. (vsh)

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 1. Juni 2012)