„Alta Ripa” - Lateinische Schreibweise hat sich erhalten

Über zehn Jahre lang bemühte sich die Verwaltungsspitze der damals einzigen am Rhein gelegenen Gemeinde im Landkreis um ihren heutigen Namen. Am 21. Juni 1908 war es dann endlich so weit: Das königliche Staatsministerium des Innern in München genehmigte als amtliche Schreibweise, wie gewünscht, anstelle von Altripp die schlankere Bezeichnung „Altrip”.

Seit dem römischen Bollwerk „Alta Ripa” (hohes Ufer) des Jahres 369 hat der Ort im Laufe seiner Geschichte in Dokumenten und Urkunden rund dreißig verschiedene Schreibweisen erfahren. Bei den zeitweise verwandten Ortsnamen Altdruphen, Altruepfe oder Altrypfe scheint die Kenntnis vom römischen Alta Ripa verloren gegangen zu sein.

Doch durch die rund 750 Jahre währende Zugehörigkeit des Dorfes zu den Eifelklöstern Prüm und Himmerode gab es auch immer wieder „Rückbesinnungen”: So erschien im 11. Jahrhundert plötzlich wieder die Schreibweise „Altaripa”.

Als Hommage an die römischen Wurzeln von Altrip heißt die seit 2002 bestehende Galerie von Angelika Landherr, die international und regional Künstlern ein Forum bietet, „Galerie Alta Ripa” und hat ihren Sitz nach Mannheim nunmehr in Altrip. Ein Hingucker-Kult-Mobil, nämlich ein Zweisitzer-Elektro-Flitzer der es auf eine bisher unschlagbare Reichweite von 2500 Kilometern bei einer Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern bringt, wurde von seinem „Schöpfer”, dem Ludwigshafener Ingenieur Walter K. Baumann, ebenfalls „Alta Ripa” genannt.

Und wer bei der Seglervereinigung Mannheim einen Ausbildungstörn auf der „Alta Ripa” belegt, ist sicher auch gut beraten. Zu internationalen gastronomischen Spitzenadressen gehört auch das Hotel Alta Ripa im belgischen Avelgem-Outrijve, an dem Fluss „De Leie” gelegen, „aan de hoge over” (am hohen Ufer).

Doch noch berühmter ist das von den gleichen Eigentümern bewirtschaftete „Alta Ripa II” in Oud-Turnbout, ebenfalls in Belgien. Untergebracht in einem imposantem Schloß- und Bauerngut inmitten von fünf Hektar Wald, bietet das Anwesen mit insgesamt 4000 Quadratmetern bis zu 2500 Gästen kulinarische Genüsse in stilvoll ausgestatteten Räumen. Und ein führendes europäisches Barockensembles, das 1984 in Hannover gegründet wurde, nennt sich „Musica Alta Ripa”, hat sich auf die Interpretation der Musik des 17. und 18 Jahrhunderts spezialisiert und konzertiert mittlerweile auf der ganzen Welt.

Der international bekannte Maler und Grafiker der „Neuen Sachlichkeit”, Alo Altripp, wurde 1906 als Friedrich Schlüssel in der Rheingemeinde geboren und nahm später den Namen seines Geburtsortes an. Sein Sohn, der Privatdozent Dr. Michael Altripp, lehrt heute am Lehrstuhl für christliche Archäologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald.

(Wolfgang Schneider - 2008)