Gemischtes Publikum, gute Stimmung, zufriedene Beschicker

Standbetreiber teils schon seit Jahrzehnten auf Fischerfest vertreten - Heute Karpfenessen und Feuerwerk

Vor 60 Jahren setzte sich Georg Eichhorn aus Ketsch auf sein Motorrad, packte einen Korb mit Fischen in den Beiwagen und fuhr nach Altrip zum Fischerfest. Noch länger ist der Süßwarenhandel Georg Keim Stammgast auf dem Fest. Auch beim diesjährigen Fest sind Nachfahren der Gründer mit ihren Ständen vertreten.

Jutta Keim gehört zur vierten Generation, die Mohrenköpfe, gebrannte Mandeln, türkischen Nougat und vieles mehr auf dem Fischerfest verkauft. „Hier ist die Atmosphäre besonders gemütlich”, sagt sie und deutet auf den schattigen Platz im Waldpark. Das wüssten Leute auch aus der weiteren Umgebung zu schätzen, die eigens nach Altrip zu dem Fest kämen.

Das Publikum sei sehr gemischt, von ganz jung bis zum „Großvater”. In diesem Jahr sei der Besuch sehr gut. Das Wetter habe mitgespielt und das Angebot an Musik und Unterhaltung sei sehr gut angekommen. „Die Gemeinde gibt sich da auch sehr viel Mühe”, sagt Jutta Keim anerkennend.

„Solange es nicht regnet, ist es hier immer super”, sagt Brigitte Ostfalk. Seit ihr Vater vor 60 Jahren die Fischbraterei in Ketsch gegründet habe, sei die Firma auf dem Fischerfest vertreten. Was mit einem Mann auf dem Motorrad anfing, hat sich heute zu einem großen Stand mit 15 Mitarbeitern entwickelt. Dort werden Fische gebraten und anderes Meeresgetier zubereitet. „Die Altriper sind Fisch-Esser”, freut sich die Senior-Chefin. Viele Gäste seien Stammkunden, die man „alle Jahre wieder” am Stand treffe.

Seit der Eröffnung am Freitagabend durch Fischerkönigin Bettina Danninger und Bürgermeister Jürgen Jacob hatte das Fest guten Besuch und einen friedlichen Verlauf, auch das Rote Kreuz bestätigte: keine Zwischenfälle bis Sonntagabend. Wie schon im vergangenen Jahr achtet ein Sicherheitsdienst darauf, dass Jugendliche keine alkoholischen Getränke auf das Fest schmuggeln, um so die Jugendschutzbestimmungen zu umgehen.

Freitagabend spielte der „Aichtal-Express” aus Unterfranken, am Samstag heizten die „Runaways” die Stimmung an. „Die Leute standen auf Bänken und Tischen”, berichtet Jürgen Jugenheimer, der seit 28 Jahren das Fest organisiert. Zauberer Markus Knecht kam beim jungen Publikum am Samstag gut an. Am Sonntag morgen trafen sich Schachspieler aus zwölf Clubs zum Blitzturnier in der Festhalle.

Die traditionelle Karpfenversteigerung war bereits am Sonntagnachmittag, das Karpfenessen, zu dem die über 80-jährigen Männer eingeladen sind, findet heute statt. Am Abend werden die „Flying Dutchmen” aufspielen, und gegen 22.30 Uhr gibt es wieder das große Feuerwerk zum Abschluss. (ghx)

Kaum freie Plätze: Bei wunderschönem Sommerwetterströmten die Besucher des Altriper Fischerfestes am Samstagabend in Massen in den Waldpark. | FOTO: LENZ

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 7. Juli 2008)