Karpfen, Kutschen, königliche Hoheiten

Viele Besucher bei dreitägigem Dorffest – Umzug mit 38 Zugnummern als Höhepunkt – Beste Gruppen und Wagen prämiert

Der Festumzug beim Otterstadter „Nationalfest“ – dem Karpfenfest – mit 38 Zugnummern hat zahlreiche Besucher angelockt. Und auch das Wetter spielte mit, so dass Ortbürgermeister Bernd Zimmermann gestern, am letzten Tag des Trubels in Otterstadt, ein positives Fazit zog: „Ein toller Festverlauf.“

Vom Reiter mit Standarte wurde der Festzug angeführt. Dem folgten die drei Kindergärten: Arche Noah mit einem „Rummel im Dschungel“, das Abenteuerland, das zu Musik von Markus Becker den Ton angab, sowie die Kinder von Casa Vincentina, die in Ritterrüstungen und als Hofdamen in tollen Kleidern auf sich aufmerksam machten. Die Tura-Jugend brachte danach Ballsport auf die Straße, während der Fanfarenzug Rot-Weiß Speyer schmissige Musik dazu spielte.

Eine Fülle an alten landwirtschaftlichen Geräten präsentierte Mathias Erbach gleich auf zwei schön dekorierten Wagen mit der Aufschrift „Das Alte erhalten und ehren“. Der Angelsportverein hatte sechs große Karpfen in seinem Becken, die Jugend verteilte dazu mit der Angel Teigkarpfen an die Festzugsbesucher. Der Motivwagen der Wählergruppe, „Große Not in Otterstadt“, erinnerte anschließend an die fünf Störche auf dem Schulhausdach.

Begeistert begrüßt wurden die drei Gruppen aus Altrip, mit den Trachten, der Fischerkönigin in Begleitung des Bürgermeisters und den Wasserhinkle – Altriper Märchengestalten –, die trotz eigenem Fischerfest nach Otterstadt kamen und den Festzug bereicherten. Erstmals dabei war der erste Rettichkönig von Schifferstadt, und auch die Rehbachprinzessin aus Neuhofen feierte mit. Waltraud und Karl Icking, das älteste Otterstadter Paar, das vor wenigen Tagen seine Eiserne Hochzeit feierte, wurde in der Kutsche gezogen, wahrend das jüngste Paar, Lorena und Christoph Arnold, im Cabrio unterwegs war.

Alle in einem Boot: Senioren- und Jugendbeirat präsentieren sich gemeinsam. | FOTO: LENZDer Paddelclub Otterstadt rollte seine Boote über den Weg, während der Obst- und Gartenbauverein die Bebesucher mit Smoothies versorgte, nach dem Motto „Bevor des Obscht afangt zu faule und zu stinke, mach’ Smoothies, die kanscht du trinke“. „Singstunn duhn mer heit noch halte, so wie selemol die Alte“ war das Motto des Kirchenchors auf seinem Wagen – das war unüberhörbar. Der Senioren- und Jugendbeirat – gemeinsam in einem Schiff – versprachen, Otterstadt in Schwung zu halten.

Von jenseits des Rheins waren die Brühler Kerweborscht und der Spielmannszug der Brühler Feuerwehr angereist. Die Tura führte in die alte Zeit des Tabakanbaus zurück, und die Asparagushexen aus Dudenhofen sowie die Woogbachhexen aus Neulußheim erinnerten an alten Aberglauben. Speyerer Guggemusik läutete schon mal den Karneval ein: Sowohl die Uno-Prinzessin mit Gefolge als auch der KCO mit den „Rhoihexe vun de Palz“ inklusive Festwagen waren dabei. Die Feuerwehr löschte dieses Jahr „von innen“. Als Letzte schnauften die Traktorfreunde aus Waldsee dem Umzug mit ihren Landmaschinen hinterher.

Auch die Prominenz feierte mit: Landtagesabgeordneter Johannes Zehfuß ließ sich ebenso blicken wie der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises Clemens Körner und etliche Bürgermeister. Die Ortschefin von Schifferstadt, Ilona Volk, ließ sich wieder vom Otterstadter Bürgermeister Bernd Zimmermann in der Rikscha durchs Dorf kutschieren.

Wie am Samstag beim Bieranstich, so war auch nach dem Umzug die Sommerfesthalle sehr gut besucht. Alle waren gespannt auf die Umzugsbewertung: Die Tura-Jugend sowie Paddler gewannen bei den Fußgruppen. Bei den Wagen überzeugte der Kirchenchor vor der Tura und dem Obst- und Gartenbauverein, und der KCO hatte den besten Wagen mit Fußgruppe. Mathias Erbach erhielt für seine alte landwirtschaftliche Sammlung einen Sonderpreis.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Speyerer Rundschau - 4. Juli 2017 | Von Horst Kuhn)