Vollgas für viele Vereine

Leute im Landkreis: Horst Hook aus Altrip ist mit der Landesehrennadel ausgezeichnet worden

Er hat in Altrip wichtige Vereine gegründet und dann Jahrzehnte im Vorstand mitgearbeitet: Horst Hook hat für sein großes ehrenamtliches Engagement die Ehrennadel des Landes erhalten. Als die Nachricht per Brief kam, hatte der 76-Jährige etwas ganz anderes erwartet.

Post von der Kreisverwaltung? „Ich habe gedacht, da kommt eine Rechnung“, sagt Hook und lacht. Stattdessen war es die Ankündigung seiner Ehrung. Im Bürgerhaus Alta Ripa überreichte Landrat Clemens Körner (CDU) im Namen der Ministerpräsidentin die Landesehrennadel. Vertreter von Heimat- und Geschichtsverein, Kanu Club, Sänger Einheit und Feuerwehr waren zugegen und dankten Hook für seinen Einsatz. Auch Ortsbürgermeister Jürgen Jacob lobte Hooks für sein Engagement.

Vor 55 Jahren war Horst Hook schon mit ein paar Freunden auf dem Rhein paddeln. „Wir waren regelmäßig draußen auf dem Wasser und mussten hinterher unsere Boote verstauen“, erzählt Hook. Da habe man beschlossen, einen organisatorischen soliden Rahmen zu schaffen und gründete den Kanu Club. Und seither ist Hook dort Schriftführer.

Mitbegründer ist er auch beim Heimat- und Geschichtsverein Altrip. Als 1994 das Ortsjubiläum 1625 Jahre Altrip anstand, fanden sich historisch interessierte Bürger zusammen und organisierten vier Ausstellungen. Das war der Ausgangspunkt, aus dem dann der Verein entstanden ist. Und auch dort ist Hook Schriftführer.

Nur Haus und Garten? Nein, Horst Hooks Ruhestand ist alles andere als ruhig. Noch immer ist er in vielen Vereinen engagiert. | FOTO: LENZBeim Gesangverein ist er mal nicht Gründungsmitglied – die Sänger Einheit gibt es seit 1874. Aber natürlich ist er Schriftführer. Eigentlich hatte er 1963 nicht daran gedacht, Sänger zu werden. Geradezu gezwungen habe man ihn, sagt er schmunzelnd. Schließlich sei sein Vater und der Onkel schon Mitglied gewesen, der Bruder auch.

Auf die Frage, warum er eigentlich immer das Amt des Schriftführers übernahm, hat Hook auch eine Antwort: „Ich war ja auf dem Amt und habe dort schon Protokolle von Ratssitzungen geschrieben.“ Das „Amt“ ist die Gemeindeverwaltung. Hier begann Hook 1957 als Verwaltungs-Lehrling seine berufliche Karriere, zunächst als Angestellter. 1970 stieg er in die Beamtenlaufbahn ein. 1986 wurde er Geschäftsführender Beamter. Günstig war, dass sein Arbeitsplatz keine fünf Minuten vom Haus der Familie Hook entfernt war. So konnte er jeden Tag mit seiner Frau Monika zu Mittag essen. 2004 ging er in Altersteilzeit und 2006 in Ruhestand.

Wobei von „Ruhe“ nicht allzu viel zu merken ist. Natürlich ist Horst Hook in seinen Vereinen noch aktiv. Und immer noch trifft er sich mit den Kameraden der Feuerwehr, bei der er viele Jahre im aktiven Dienst war. Zu Zeiten als die Altriper Wehr noch ein Feuerwehrboot betrieb, nämlich 1988 bis 2007, war Hook einer der Wehrleute mit Feuerwehrbootspatent.

Und dann hat Hook noch einen ehrenamtlichen Job: Er betreut das Archiv der Ortsgemeinde. Hier hilft er weiter, wenn es gilt, alte Dokumente oder Urkunden zu finden.

Die Ehrung traf ihn ganz unerwartet. Seine Frau Monika wusste vorher Bescheid, verriet aber nichts. Als dann die offizielle Einladung kam, wollte Hook erst nicht. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir eine Landesehrennadel zusteht“, sagt er. Erst auf gutes Zureden durch seine Frau habe er sich mit der Ehrung anfreunden können. Für seine Frau war es selbstverständlich, die Aktivitäten ihres Mannes zu unterstützen. „Das wär' ja noch schöner, wenn ich ihm da Vorschriften machen würde“, sagt sie und lacht. Inzwischen ist Hook Opa dreier Enkel. Und er findet auch Zeit, mit ihnen zu spielen und ihnen vorzulesen.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 22. Juli 2017 | Von Gereon Hoffmann)