Ramponiertes Kriegerdenkmal wird saniert

Eine ortsansässige Schlosserei will das bei einem Unfall demolierte Gitter rekonstruieren

Vor zehn Jahren ist der Adler vom Reichsapfel des Altriper Kriegerdenkmals gestürzt. Im Sommer 2007 ramponierte eine Autofahrerin die Einfriedung im Bereich der Eingangstür. Nun ist offenbar eine Lösung gefunden worden, das Gitter zu rekonstruieren.

Eingedrückt: Eine Autofahrerin hinterließ am Altriper Kriegerdenkmal im Sommer 2007 Spuren. | ARCHIVFOTO: LENZ

Das Kriegerdenkmal der Gemeinde Altrip wurde 1901 als erstes Denkmal im Ort für die Teilnehmer des deutsch-französischen Krieges 1870/71 eingeweiht. Initiator hierzu war der protestantische Pfarrer Max Buchholz, der auch einen Teil seines Pfarrgartens kostenlos als Denkmalplatz zur Verfügung stellte. Das Denkmal besteht aus einem hohen Obelisken aus poliertem, schwarzem Marmor, auf dem bis zu einem Herbststurm vor zehn Jahren der Reichsadler auf dem Reichsapfel saß.

Am 24. Januar 2006, also lange nachdem der bleierne Adler unsanft gelandet und am Boden restlos zerschmettert war, stellte die Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises das Denkmal einschließlich der Eisengitterumrandung unter Denkmalschutz, obwohl die Gemeinde der Unterschutzstellung nicht zugestimmt hatte. In ihrer Begründung führte die Untere Denkmalschutzbehörde aus, dass die Erhaltung und Pflege des Kriegerdenkmals insbesondere aus ortsgeschichtlichen Gründen erforderlich sei. Ferner diene die Erhaltung des Kriegerdenkmals der Förderung des geschichtlichen Bewusstseins und der Heimatverbundenheit und liege daher im öffentlichen Interesse. Nach dem Sturz des Adlers hatte der Gemeinderat für 1999 tatsächlich auch 30.000 Mark für das Denkmal vorgesehen, doch dann erlahmte das Interesse.

Mitarbeiter der Lokalen Agenda 21 hatten sich der Pflege der Anlage angenommen und wollten auch das Geländer streichen, nachdem es kurz zuvor hergerichtet worden war. Doch just zwei Tage zuvor, am 20. August 2007, ramponierte eine Autofahrerin die Einfriedung im Bereich der Eingangstür. Seither stellt die Denkmalanlage an exponiertem Standort im Dorf nicht gerade eine Zierde dar. Probleme gab es zum einen mit der Entschädigung durch die Haftpflichtversicherung, die nur eine Pauschale gewähren wollte, ehe überhaupt die tatsächlichen Kosten abzuschätzen waren, was jedoch Bürgermeister Jürgen Jacob nicht akzeptierte. Zum anderen waren Belange des Denkmalschutzes zu beachten: Es konnte nicht irgendein Geländer montiert werden, sondern das vieleckige und mit Rosetten verzierte Gitter galt es zu rekonstruieren.

Nach längerem vergeblichen Suchen hat eine Altriper Schlosserei nun einen Weg gefunden, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Es besteht also die Hoffnung, dass das Denkmal wieder eine Einfassung erhält.

Die Lokale Agenda 21 wird sodann ihre pflegerischen Arbeiten fortsetzen. Ob allerdings ein Adler jemals wieder den Obelisken zieren wird, steht in den Sternen.

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 28. November 2008 | Von Wolfgang Schneider)