Wie einst bei Flavius

Altrip hat seinen römischen Namen fast unverändert behalten

Altrip ist der östlichste Ort der Pfalz, dessen Lage am Rhein es schon bei den Römern beliebt machte. Foto: Bernhard KunzAltrip ist der östlichste Ort der Pfalz, dessen Lage am Rhein es schon bei den Römern beliebt machte. Foto: Bernhard KunzHeute kommt der Name Altrip in der Metropolregion vor allem dann ins Gespräch, wenn es um die Querung des Rheines geht. Die Rheinfähre dort ist bei so manchem Pendler beliebt, vor allem aber wird seit Jahren über eine Brücke oder gar einen Tunnel mit großer Leidenschaft diskutiert. Das liegt natürlich an der Lage des Ortes im Süden von Ludwigshafen: direkt am Rhein. Diesen Vorzug kannten schon die Römer, die hier unter Kaiser Flavius Valentinian im Jahr 369 das Kastell „Alta Ripa" gründeten. Römische Namen sind unserer Region keine Seltenheit - wohl aber, dass er sich fast unverändert bis heute gehalten halt. Die meisten Namen von Siedlungen und Städten haben sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt, während Altrip sich sozusagen treu geblieben ist.

Die Lage ist es in der Tat, die in Altrip besonders ist. Quasi in einem Rheinbogen ist es der am weitesten östlich gelegene Ort der Pfalz. Der Grund, dass Kaiser Valentin hier sein Kastell errichtete, ist die Neckarmündung, die in antiker Zeit auf der anderen Rheinseite lag. Die Römer wollten sie mit zwei rechtsrheinischen Vorwerken sichern - und wiederum einem Rheinübergang, einer hölzernen Brücke nämlich. Viel zu sehen von dieser römischen Vergangenheit ist freilich nicht mehr. Vor rund 50 Jahren allerdings wurde zuletzt nach dem Kastell „Alta Ripa" gegraben, eine der größten wissenschaftlichen Arbeiten der damaligen Zeit, wie der Heimat- und Geschichtsverein Altrip zu berichten weiß. Die Einführung der Kanalisation hatte die Chance ergeben. Zwei „Grabungsschnitte" von 78 Metern Länge Mitten durch die Ludwigsstraße konnten gezogen werden. Sie bestätigten nicht nur die Lage des früheren Kastells sondern zeigten auch, dass es wohl schon vor 369 hier eine römische Bebauung gegeben haben muss. Es hatten sich Teile einer Wandbemalungen gefunden. Seit 1959 ist der bebaute Ortskern in diesem Bereich ein offizielles Grabungsschutzgebiet mit besonderen Bestimmungen für den Fall von Tiefbauarbeiten. Altrip hat heute rund 7 600 Einwohner.

(Quelle: www.wormser-zeitung.de am 20.12.2011 / Johannes Götzen)