Zum Scherenschnitt ein Brombeer-Likörchen

Rund 1200 Besucher bei der 32. Hobbykünstler-Ausstellung am Wochenende im Regino-Zentrum

Die Hobbykünstler-Ausstellung in Altrip ist im Herbst ein beliebter Treffpunkt, wo Kunst, Kunsthandwerk und Bastelei gezeigt und verkauft werden. Das Interesse der Besucher ist auch in diesem Jahr groß gewesen. Die Veranstalter schätzen, dass am vergangenen Wochenende etwa 1200 Leute ins Reginozentrum kamen.

An 23 Ständen konnten die Besucher sehen, was die Hobbykünstler in den vergangenen Monaten zustande gebracht haben. Da gab es Gestricktes und Gehäkeltes, viele Gestecke, Weihnachtskrippen, Malerei verschiedener Genres und Techniken sowie altes Kunsthandwerk, wie etwa Scherenschnitte. Manche Besucher bedauerten aber, dass sich die Ausstellung immer mehr in Richtung Weihnachtsmarkt entwickelt habe. „Früher haben die Aussteller gezeigt, auf was sie stolz waren, heute gibt es immer mehr, die vor allem das Verkaufen im Auge haben und dafür produzieren”, so die Meinung eines Besuchers.

Ernst Schneider, der Leiter der Hobbykünstlervereinigung, sieht das nicht so. „Wir legen schon Wert darauf, dass Qualität ausgestellt wird, und unsere Künstler bemühen sich, jedes Jahr noch ein bisschen besser zu sein”, ist er überzeugt. Zusammen mit einem Komitee aus weiteren Hobbykünstlern wählt er aus, wer an der Ausstellung teilnehmen darf. Die Organisatoren behalten auch die Gestaltung der Stände im Auge, denn das Gesamtbild und die Atmosphäre sollen stimmen, sagt Schneider.

„Die Madonnen sind früher gut gegangen, heute aber nicht mehr”, sagt Hans Mültin. Der 78-Jährige zeigt Figuren und Reliefs aus Holz. „Die Jungen haben gern weiße oder schwarze Möbel, da passt das Holz nicht mehr dazu. Und die Alten haben sowas schon, oder wollen kein Geld ausgeben”, bedauert der ehemalige Metzger. Ronny Willersinn arbeitet sehr filigrane und ansprechende Scherenschnitte aus. Sie hat auch schon bei der Ausgabe eines Märchenbuches mitgewirkt. Die Jugendreferentin schneidet in ihrer Freizeit die feinen Einzelheiten mit Chirurgenscheren. „Nur die sind so präzise und scharf bis an die Spitze”, erklärt sie.

Tanja Kessler-Hartmann hat ihre Liköre mit Früchten und Kräutern aus dem eigenen Garten angesetzt. Besonders gefragt sei Likör aus Altriper Brombeeren und Likör mit echtem Ceylon-Zimt. Das Selbermachen von Likör und Marmelade sei in ihrer Familie Tradition.

Silvia Krah malt zum eigenen Vergnügen. Die gelernte Technische Zeichnerin stammt aus einer Künstlerfamilie. „Ich bin nicht hier, um zu verkaufen”, sagt sie. Ihre Bilder sind abstrakt und meist das Ergebnis von durchdachter Auseinandersetzung mit Themen. Hanni Strassberger hat für einige Quilts und Patchworks berühmte Motive von Paul Klee oder von Victor Vasarely als Vorbild genommen. An ihren Arbeiten sind die Farben und die Textur der Stoffe das Mittel der Gestaltung.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 4. November 2008 | Von Gereon Hoffmann)