Schmeckt’s? A jo!

Darauf freut sich der Altriper vermutlich das ganz Jahr: den Schweinepfeffer am Kerwemontag. Serviert wird das Schmorgericht unter anderem von der Arbeitsgemeinschaft Altriper Vereine. Die Helfer haben sich gestern in Töpfe und Wannen schauen lassen und wir haben ihnen beim Servieren über die Schulter geguckt.

Mahlzeit! Volker Mansky serviert den Gästen der Altriper Kerwe den Schweinepfeffer. FOTO: LENZ

Wannenweise: Simone Mansky kümmert sich um den Salat. FOTO: LENZRunde Sache: Peter Berg schöpft Knödel ab. FOTO: LENZIm großen Zelt in der Beethovenstraße stehen fünf große runde Tische. Drumherum sitzen einige ältere, gut gelaunte Altriper und warten geduldig auf ihr Essen. Anstehen fürs Essen? Nicht in Altrip. Da wird noch am Tisch serviert. „Dass man das Essen gebracht bekommt, gibt es so nur in Altrip“, sagt Volker Mansky von der Arbeitsgemeinschaft Altriper Vereine (AAV). Er ist heute „Mädchen für alles“, teilt aus, kassiert und sammelt Geschirr ein. Den vollen Service gibt es zur Mittagszeit, weil dann vor allem die Älteren kommen, die Teller und Getränke nicht so gern zum Tisch balancieren. Die Vereine, die Getränke ausschenken, haben ebenfalls Bedienungen abgestellt, die auf Zuruf Bier und Schorle servieren.

„Hier noch ein Bier!“, tönt es von einem Tisch. Keine Minute später steht das frischgezapfte Gebräu vor dem Gast. Selbstgemachter Schweinepfeffer, Klöße und Salat werden von den Helfern der AAV verteilt. Auf die kurze Frage „Schmeckt’s dir?“ wird mit einem überschwänglichen „A jo“ geantwortet. Denn wer kaut, kann nicht viel reden. Und so kehrt schnell Ruhe ein. Schweigen im Zelt ist ein gutes Zeichen: Es mundet den Gästen. Kleine Extrawünsche, wie etwas Salz oder einen weiteren Knödel als Nachschlag, werden gerne erfüllt.

Die Helfer unterm Küchenzelt machen derweil den Salat in großen blauen Wannen an. In zwei großen Töpfen wird der Schweinepfeffer warmgehalten und die Klöße ziehen so vor sich hin. An der längeren Garzeit der Klöße hängt es auch, dass manche auf ihr Essen warten müssen. Zuerst sind die Gäste an den Tischen dran, dann werden die mitgebrachten Schüsseln befüllt. Für das Personal gibt es in der Mittagszeit kaum eine ruhige Minute.

„Meine Mutter kocht den Schweinepfeffer und versorgt uns hier mit Nachschub“, berichtet Volker Mansky auch von den unsichtbaren Helfern im Hintergrund. Das Schweinepfeffer-Essen ist in vielen Orten eine Kerwetradition. Das Rezept variiert je nach Koch, das Basisrezept ist ein pfeffriges Schweinegulasch, das je nach Belieben mit verschiedenen Gewürzen und Gemüse verfeinert wird. Früher kam in die Soße des Schmorgerichts etwas Schweineblut, was dem Gericht eine leicht säuerliche Note verlieh. Heutzutage nimmt man eher etwas Zitrone oder Kräuteressig.

Kaum sind die Portionen verteilt, beginnt schon wieder das Einsammeln und Spülen der Teller. Mit 90 Vorbestellungen ist man hier gut beschäftigt. Außerdem kommen noch etwa 20 sogenannte „Topfbringer“, die sich ihre Portionen für daheim einpacken lassen. Mit den unangemeldeten Besuchern rechnet Mansky etwa 125 Portionen zu verkaufen. Eine Zahl, mit der er sehr zufrieden ist. „Dieses Jahr ist mehr los als letztes, als wir das Essen zum ersten Mal gemacht haben. Aber nun sind wir auch an unseren Kapazitätsgrenzen angelangt.“ Im Vorjahr kam nur einer nicht in den Genuss des Kerwe-Gerichts: Für Mansky war am Ende nichts mehr übrig. Dieses Jahr achtet er darauf, nicht zu kurz zu kommen.

Die Kerwe ist zu Ende. Die Vereine hatten Glück – trotz des wechselhaften Wetters. Alle drei Tage waren laut Vereinsvertretern gut besucht und das Wetter blieb weitestgehend gut. Das freut die regengeplagten Altriper, die die vergangenen vier Jahre unter schlechtem Kerwewetter litten. Das zeigt sich auch an dem innerhalb einer halben Stunde geleerten Schweinepfeffer-Topf. Reste bleiben keine. Die Altriper essen alles auf, in der Hoffnung auf noch schöneres Kerwewetter im nächsten Jahr.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 19. September 2017 | Von Janina Mantay)