Teigkunst unterm Hammer

Bei der Versteigerung zum Brotbackfest herrscht hohe Bieterkonkurrenz

Zum fünften Mal hat der Heimat- und Geschichtsverein in Altrip sein Brotbackfest rund ums Backhaus gefeiert. Höhepunkt ist die großen Brotversteigerung im Bürgerhaus gewesen. Um 14 Uhr waren die ersten 15 Brote dran, zwei Stunden später die zweiten 15 Stück. Das ist die Menge, die das Brotbackhaus auf einmal bewältigen kann.

Gebacken wurde schon am Vortag, damit genug Brot zur Verfügung stand. Denn zu den Versteigerungsobjekten kam noch die Grundlage für die Brote mit Hausmacher Wurst, die der Verein zur Stärkung verkaufte, neben einem riesigen Kuchen- und Tortenbuffet, das allerdings in den heimischen Backöfen entstand.

Glücklicher Auktionator: Vereinsvorsitzender Alois Eitl versteigerte die Brote der Backgruppe für teils stolze Summen. FOTO: LENZPünktlich übernahm Versteigerer Alois Eitl, Vorsitzender des Vereins, das Kommando. Statt mit dem Hammer gab er den Zuschlag mittels einer Suppenkelle. In einem großen Weidenkorb erwarteten die Brote ihr Schicksal – jedes mit Schleife und einem Schildchen, das neben dem Sortennamen auch die Inhaltsstoffe auswies. Da gab es Brote aller Größen und Sorten – vom Seniorenbrot von einem halben Pfund bis zum Sechspfünder, vom Münchner Landbrot mit Kümmel und anderen Gewürzen bis zum englischen Cheddarbrot. Drei Euro betrug das Mindestgebot, dann ging es erst in 50-Cent-Schritten und ab fünf Euro in Ein-Euro-Schritten aufwärts.

Für drei Euro ging allerdings keins der Brote über den Tisch, auch nicht für fünf Euro. Da musste es schon ein bisschen mehr sein. Aber wer konnte da schon widerstehen? Gleich beim Eintreten kam einem das erste Verkaufsargument entgegen: der köstliche Duft von frisch gebackenem Brot und sowie Zucker- und Apfelkuchen aus Hefeteig, die nach den Broten in den Ofen kamen, um die restliche Hitze auszunutzen.

Versteigerer Eitl verstand sein Geschäft. Während Doris Mansky von der Brotbackgruppe des Vereins mit jedem Brot die Runde durchs Publikum drehte, begann er mit offensichtlichem Vergnügen: „Ein Roggensauerteigbrot mit Haselnüssen, die Nüsse garantiert selbstgesammelt, drei Euro. Wer bietet mehr?“ Sehr schnell war das Gebot auf fünf Euro gestiegen, etwas langsamer ging es weiter, bis der Zuschlag bei zehn Euro kam.

Eine Pesto-Sonne, ein Hefeteig mit Pesto-Füllung aufgerollt, ging für acht Euro an den kleinen James, der – offenbar auf den Geschmack gekommen – auch später fleißig mitbot. „Wisst ihr, was euer Sohn da treibt?“ ging die nicht ganz ernst gemeinte Frage an die daneben sitzenden Eltern, denn die hatten sich offenbar über die Kostenverteilung mit dem Filius verständigt.

Im Lauf des Nachmittags stiegen die Preise kräftig an, umgekehrt proportional zur abnehmenden Menge der Brote. Ein Altriper Sauerteig-Hefe-Mischbrot mit Maronen – mit Teigrosen von Doris Mansky verziert und auf einem von Ernst Schneider gestalteten Brett – bekam den Zuschlag bei 26 Euro, gegen Ende des Nachmittags brachte es ein Dinkel-Emmer-Brot gar auf 50 Euro.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 2. Oktober 2017 | Von Andrea Dölle)