Regen hält Altriper nicht vom Feiern ab

Kerwe in der Rheingemeinde endet heute mit dem traditionellen Herzpfefferessen

Die Altriper Kerwe hat am Samstag mit viel guter Laune begonnen – trotz des Regens. „Sowas haut die Altriper nicht um“, sagt Bürgermeister Jürgen Jacob optimistisch. Die Kerwe endet heute unter anderem mit dem traditionellen Herzpfefferessen, dem Kindernachmittag mit dem Jugendzentrum Altrip und dem KCA Puppentheater und – neu – der Oldie-Nacht ab 18 Uhr mit den „Good Times“.

Tradition pur: Die Kerwe-Krone (links) gehört zur Altriper Kerwe. Und auf dem Festplatz gab es Altriper Trachten zu bestaunen. FOTOS: LENZ„Der Kindernachmittag ist immer stark frequentiert“, erzählt Volker Mansky, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Altriper Vereine. Das sei auch schon in den vergangenen Jahren so gewesen. Auch die Live-Musik – an jedem Kerwe-Abend spielt eine andere Band – ist beim Publikum beliebt. Da wird auch schon mal das Tanzbein geschwungen. Überhaupt kommen zur Kerwe seit 2004 immer mehr Leute, berichtet Mansky erfreut. Außer, wenn das Wetter nicht mitspielt, so wie letztes Jahr. „Bei schönem Wetter ist es natürlich leichter, Leute auf die Kerwe zu ziehen.

“Neu bei der diesjährigen Kerwe ist nicht nur die Oldie-Nacht, sondern auch die Abschaffung einer Tradition. Bis 2010 wurden das jüngste und das älteste Ehepaar auf dem Platz mit einem Präsentkorb – Altriper „Quetschekuche“ und Zutaten mit Originalrezept für die Altriper Kartoffelsuppe – bedacht. „Das hat auch ganz gut geklappt“, erinnert sich Jacob. Nur: Das älteste Ehepaar habe schon über 70 gemeinsame Jahre auf dem Buckel und sei gesundheitlich nicht mehr fit. Und die jungen Paare hätten entweder keine Zeit oder wollten nicht, bedauert er. Das zweitjüngste oder –älteste Paar konnte oder wollte ebenfalls nicht. „Dann macht es keinen Spaß mehr. Denn eigentlich sollte das eine Ehre sein“, meint der Bürgermeister.

Über eine Alternative haben sich Jacob und Mansky aber noch keine Gedanken gemacht. Dafür komme eine neue Idee seit ein paar Jahren gut an: Menschen, die keine Vereinsmitglieder sind, sich aber um die Kerwe verdient machen, werden mit einem Präsentkorb geehrt. Der ging zum Beispiel schon an die Erbauer der Kerwekrone. Dieses Jahr bekam die Toilettenfrau den Korb. „Sie macht das seit vielen Jahren und muss viel mitmachen“, sagt Mansky. „Sie hat den Korb wirklich verdient.“

Die Altriper Kerwe selbst ist schon alt: Es gibt sie seit 1296. Da wurde sie als Kirchweihfest zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Später wurde sie zum Gemeindefest umfunktioniert, als sich die Kirche zurückzog, erzählt Mansky. Seit etwa 35 Jahren liegt die Organisation der Kerwe in der Hand der Altriper Vereine.

Jacob erinnert sich noch an die Kerwe vor zwei Jahren – mit Überraschungsgast Xavier Naidoo. „Das haben nur drei oder vier Leute gewusst. Als der Lkw vorfuhr und die Plane hochging, glaubte jeder, das sei ein Double“, sagt er lachend. „Innerhalb einer Viertelstunde war der Platz voll Menschen“, erzählt Mansky. (udn)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 16. September 2013)