„Brotkiechle“ im Flockenzauber

Welches Altriper Fest ist am schönsten? Darüber lässt sich trefflich streiten. Zweifellos war der Weihnachtsmarkt ein Höhepunkt, denn pünktlich zum zweiten Advent versetzte der Schnee die Besucher in die richtige Stimmung, um sich Glühwein und „Brotkiechle“, eine Altriper Spezialität, schmecken zu lassen.

Mit Schnee, wie am Wochenende, ist der Weihnachtsmarkt ist Altrip gleich doppelt so schön. | FOTO: HENTZSCHELGanz gleich, ob Sommer oder Winter – bei fast jedem Fest steht in Altrip das Brotbackhaus im Mittelpunkt. Zur Weihnachtszeit backt hier Rudolf Mansky die berühmten „Brotkiechle“, eine Art Flammkuchen in herzhaft, vegetarisch oder süß. Nur eben, als Altriper Besonderheit, mit Brotteig. Obwohl sie auch in diesem Jahr reißenden Absatz fanden, gingen sie nicht aus: „Wir lassen niemanden ohne“, sagte Alois Eitl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Altrip, und schmunzelte. „Solange jemand Hunger hat, sorgen unsere Helferinnen in der Küche für Nachschub.“ Das ging am Samstag bis 22 Uhr, am Sonntag bis 21 Uhr. Somit ist Altrip der Weihnachtsmarkt in der Verbandsgemeinde Rheinauen mit den längsten Öffnungszeiten.

Wieder einmal zeigte sich, dass die liebenswertesten Weihnachtsmärkte vor allem diejenigen sind, die von Vereinen gestaltet werden und auf denen ansässige Künstler ausstellen. Besonders engagiert war auch dieses Jahr die Altriper Familie Mansky: Während Volker Mansky als Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Altriper Vereine für die Koordination aller Teilnehmer zuständig war, stand „der Rudi“ am Ofen. Seine Frau Doris kümmerte sich mit drei weiteren Damen in der Küche um Teig und Belag.

Ein weiteres Familienmitglied, Nicole Mansky, betreute mit Sarah Jacob einen Stand mit selbstgenähter Kinderkleidung. „Diesmal hatten wir weit über 30 Teilnehmer, und wir können jedes Jahr mehr Kunsthandwerker für unseren Weihnachtsmarkt gewinnen“, sagte Volker Mansky. Neu dabei war in diesem Jahr Jennifer Wiese aus Ludwigshafen mit ihren Duftlampen, während die Altriper Schmuckwerkstatt bereits seit zehn Jahren ihren Platz hinter dem Brotbackhaus innehat. Und auch das Bürgerhaus Alta Ripa war mit den Ausstellungsständen der Hobbykünstler gut belegt. Einen steten Besucherstrom verzeichnete das gemütliche Zelt, in dem zwei Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Altrip Whiskysorten zur Verkostung anboten – eine weitere Spezialität des Altriper Weihnachtsmarktes. | khe

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 12. Dezember 2017)