Die Faustball-Familie hält zusammen

Vor 40 Jahren gründeten die Faustballer in Altrip den VfB – In den besten Jahren spielten sie in der Bundesliga

40 Jahre – und kein bisschen müde. Wenn Lutz Berger, der Vorsitzende des VfB Altrip, anfängt, über das 40-jährige Bestehen des Vereins zu sprechen, kommt er schnell ins Schwärmen: über den Sport, über das Vereinsleben und den Zusammenhalt der Mitglieder. Im Jubiläumsjahr haben die es geschafft, jeden Monat etwas auf die Beine zu stellen. Auch nach 40 Jahren hat sich an dem Engagement der Mitglieder nichts geändert.

Für Nachwuchs ist bei den Faustballern gesorgt: die Jugendmannschaft des VfB Altrip. FOTO: VEREIN, FREI„Ich bin sehr stolz auf das, was wir geschafft haben“, sagt Lutz Berger rückblickend auf das Jubiläumsjahr 2017, das aufregend und vollgepackt mit Terminen war. Die Vereinsfamilie halte eben zusammen. Und familiär war der VfB schon bei seiner Gründung am 28. März 1977. Es waren Familien, die sich für Faustball begeisterten und den Schritt wagten, einen Verein zu gründen. Bis dahin waren sie eine Abteilung des TuS Altrip. Doch die Gruppe wurde immer größer und die Trainingszeiten reichten nicht mehr aus, erzählt Lutz Berger. Bei der Gründung waren 33 Mitglieder, darunter elf Jugendliche, dabei. Ende des Gründungsjahrs waren schon 53 Faustballer aktiv. Aktuell hat der Verein rund 100 Mitglieder.

Sportlich gab es einige Höhenflüge in den vergangenen 40 Jahren. 2006/2007 spielte die Damenmannschaft in der Bundesliga in der Halle und 2007 dann auch auf dem Feld. Viele der Spielerinnen waren Töchter oder Enkeltöchter der Gründungsmitglieder. „Der VfB war in der Faustball-Welt im Gespräch. Nicht nur, weil wir die besten Grieben- und Leberwurst-Brötchen bei unseren Turnieren anbieten konnten“, sagt Berger, der gerade in dieser Hochphase zum Vorstand gewählt wurde. Neben den erfolgreichen Frauen hatte der VfB auch eine große Männerabteilung. Zwei Altriper Faustballer sind zum Aushängeschild des Vereins geworden: Lisa Schleicher und Dennis Gruber. Sie wurden Nationalspieler und haben Europa- und Weltmeister-Titel errungen.

Inzwischen geht es sportlich etwas ruhiger zu. Die Damen von damals gingen studieren oder gegründeten Familien. „Wir sind kein Verein, der Spieler von anderen Vereinen abwirbt“, sagt Berger. Trainiert wird immer noch, auch in den Jugendmannschaften, aber einen regelmäßigen Spielbetrieb gibt es nicht mehr. Dennoch stehen jedes Jahr Turniere auf dem Vereinsprogramm. Dann reisen die VfB-Faustballer schon mal mit Kind und Kegel, Zelt, Ausrüstung und Verpflegung für einen mittelgroßen Urlaub zum Turnier – etwa nach Dennach im Schwarzwald. Außerdem gibt es alle Jahre ein „Mischmasch-Turnier“, an dem alle Vereinsmitglieder teilnehmen können. In diesem Jahr gab es erstmals ein Ortsturnier, an dem acht Mannschaften aus der Verbandsgemeinde ihr Geschick in einer Randsportart testen konnten.

Faustball ist zwar die Hauptsportart des VfB, doch es gibt noch andere Abteilungen. Von 1985 bis 1998 wurde beim VfB auch Basketball gespielt, seit 1997 gibt es eine Kegelabteilung, die sich unter anderem an den Kegel-Ortsturnieren beteiligt und selten ohne Pokal nach Hause geht. Auch bei den Fußball-Ortsturnieren und sogar bei der Ortsregatta des KCA haben die Faustballer mitgemacht.

Die VfB-Familie engagiert sich auch über den Sport hinaus in Altrip. Seit Jahren machen sie beim Dreck-Weg-Tag der Gemeinde mit, beteiligen sich mit einem Bierstand an der Kerwe – und auch beim Weihnachtsmarkt sind die VfBler immer dabei. Erst mit einem Glühwein- und Wurststand, nun mit Handarbeiten und selbst gemachter Marmelade.

Privat sind über die Jahre auch sehr viele Freundschaften entstanden. Man hält zusammen, egal wo. An Silvester treffen sich viele Mitglieder auf der Straße und stoßen aufs nächste Jahr an, das nach der Jubiläumsfeier wohl ruhiger, aber sicher nicht langweilig für die VfBler wird.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz Regional - 20. Dezember 2017 | Von Christine Kraus)