Vier im Nest

Das Altriper Storchenpärchen ist wieder da und hat Nachwuchs

Was da auf dem Dach des ältesten Altriper Hauses in der Römerstraße 1 so vor sich geht, Dieter Merz hat es im Blick. Und kann auch in diesem Jahr wieder freudig berichten: Die Störche sind wieder da. Und vier Jungvögel dazu.

Hunger! Mama Storch versorgt ihre Küken. | FOTO: MERZ/ FREIDiese Babys hat definitiv der Klapperstorch gebracht, keine Frage. Klein, noch etwas struppig, aber schon einen markanten Schnabel hat der grau-braune Nachwuchs, der da in luftiger Höhe aus dem Nest rauslugt. Und: Hungrig ist er. Mama und Papa Storch haben allerhand zu tun, um die Schnäbel der Kleinen zu stopfen und aufzupassen, dass keines der vier Jungtiere aus dem Nest hoch oben über Altrip kullert. Mit dem Fliegen hat der Nachwuchs es nämlich noch nicht so.

Dieter Merz aus Altrip schaut gern mal nach, was sich auf dem Dach des ältesten Altriper Hauses in der Römerstraße 1 bei Familie Storch so tut. Seit vor ein paar Wochen die vier Jungen geschlüpft sind, geht’s rund im Nest. Herr und Frau Storch wechseln sich mit dem Füttern und Betreuen der Kleinen übrigens ab – eine gut geplante Arbeitsteilung. „Ein Storch steht auf dem Nest und wartet“, berichtet Dieter Merz. „Plötzlich schwebt ein anderer Storch ein und landet auf dem Nest.“ Dann: Geklappere, kurzer Körperkontakt und der vorher wartende Storch verlässt das Nest. Vermutlich, um neues Futter zu suchen, während der andere auf den Nachwuchs aufpasst und das Nest sauber macht.

„Offensichtlich stimmt das Futterangebot in der Rheingemeinde“, meint Merz. Denn das Storchenpaar war im letzten Jahr in den warmen Monaten schon in Altrip sesshaft geworden. Das belegen die Ringe an den langen Storchenbeinen: AP 472 (Männchen) und AL 139 (Weibchen).

AP 472, weiß Merz, sei diesmal recht früh im Nest angekommen. Bereits im Februar wurde er dort gesichtet. Kurze Zeit später habe sich ein mit Ring gekennzeichneter Storch (AK 131) eingefunden, ein 2012 geschlüpftes Weibchen aus der Bodenseeregion. Das scheint recht erfolglos auf Nachwuchs zu hoffen – und hat es auch mit dem Altriper Männchen versucht. Nachwuchs kam bei den Liebestreffen zumindest nicht rum. Und AL 139 scheint ihrem AP 472 das kurze Techtelmechtel verziehen zu haben. Die Konkurrentin hat die Biege gemacht und ward nicht mehr gesichtet. „Für AP 472“, meint Merz, „war sie wohl nur eine willkommene Gelegenheit, das Warten auf die wahre Geliebte zu überbrücken.“ | cju

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau -  25. Mai 2018)