Gotteslob, Liebeslust und Naturfreuden

Kammerchor Altrip begeistert in voll besetzter protestantischer Kirche – Englische Chormusik und Literatur aus fünf Jahrhunderten

Mit musikalischen und literarischen Eindrücken hat der Kammerchor Altrip die Besucher bei seinem Konzert in der protestantischen Kirche der Rheingemeinde auf die britische Insel entführt. Unter dem Titel „This is the day“ brachten der Chor unter Leitung von Christiane Schmidt sowie Sprecher Ralf Kissel den Zuhörern englische Chormusik und Literatur aus fünf Jahrhunderten näher. Begleitet wurden sie von Dominik Hambel am Klavier und an der Orgel.

Gelungene Vorträge: Der Kammerchor weiß bei seinem Konzert zu begeistern. | FOTO: MMÖZum Auftakt stimmten die Sängerinnen und Sänger von der Empore aus die Gäste mit „This is the day“ auf das anspruchsvolle Programm ein. John Rutter hatte die Hymne für die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton im Jahr 2011 komponiert. „Dies ist der Tag, den der Herr macht“, gab der Kammerchor mit seiner einfühlsamen Interpretation des gesungenen Gebets als Motto des Abends den Zuhörern mit auf die Reise durch ein Programm, das sowohl alte Madrigale aus dem 17. Jahrhundert als auch moderne Musik gelungen vereinte.

Die Zuhörer kamen im Lauf des Konzerts in den Genuss bekannter und weniger bekannter englischer Komponisten. Sie konnten dank der deutschen Übersetzung im Programmheft den Liedvorträgen folgen, die häufig Gotteslob waren und die Gläubigen auf ihrem Weg ermutigten. Trost und Beistand boten Lieder wie „Abide with me“ (zu Deutsch „Bleib bei mir, Herr“) – ein nicht unbekanntes Kirchenlied von William H. Monk, einem Komponisten des 19. Jahrhunderts. Den wohl größten Applaus erntete der Kammerchor für eines von Georg Friedrich Händels bekanntesten Werken, dem „Halleluja“.

Zum Programm gehörten ebenso Lieder über Liebeslust und Liebesleid, wie Thomas Morleys „April is in my mistress face“, das der Angebeteten bescheinigt, zwar blühend wie der Sommer auszusehen, doch im Herzen kalt wie der Dezember zu sein. Auch der Schönheit der Natur wurde gehuldigt mit einem Lied über einen blauen Vogel – „The blue bird“ von Charles Villiers Stanford.

Mit den wichtigsten Dichtern der englischen Literatur machte Ralf Kissel die Zuhörer auf ebenso unterhaltsame wie informative Weise bekannt. Er ließ Verse und Prosa vor dem Hintergrund anschaulich erzählter Lebensläufe lebendig werden. Hier durfte William Shakespeare ebenso wenig fehlen wie Jonathan Swift, Elizabeth Barrett-Browning oder John Keats. Fotografische Impressionen, projiziert auf die Wand neben dem Altar, rundeten den musikalischen und literarischen Hörgenuss ab.

Im Anschluss trafen sich Konzertbesucher und Sänger vor der Kirche und wurden mit Ingwerbowle sowie Köstlichkeiten aus der britischen Küche verwöhnt. Zudem gab es Gelegenheit, sich mit der englischen Königin fotografieren zu lassen. Persönlich war die Queen natürlich nicht nach Altrip gekommen, aber die Mutter eines Chormitglieds stellte Elisabeth II. stilecht dar. Hier hatte sich der Kammerchor mit Sinn für Humor etwas Besonderes einfallen lassen, um sein Konzert abzurunden.

Christiane Schmidt, die mit dem Konzert ihr Debüt als Leiterin des Chors gab, war rundum „glücklich“ über die „großartige Veranstaltung“. Ob alte oder moderne Stücke – die Sängerinnen und Sänger hätten „alle Facetten sehr gut umgesetzt“.

TERMINE
Die nächsten Veranstaltungen im Altriper Jubiläumsjahr – die Gemeinde feiert ihr 1650-jähriges Bestehen – sind am Samstag, 26. Januar, 19.33 Uhr, der „Ball der Prinzessin“ der KG „Die Wasserhinkle“ im Reginozentrum und das Neujahrskonzert des Jugendchors Coro piccolo der Rheinfinken am Samstag, 9. Februar, 17 Uhr, in der protestantischen Kirche.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz regional - 24. Januar 2019 | Von Mechthild Möbus)
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