Folk von der Grünen Insel

Die Band Fleadh feierte bei voll besetztem Haus mit dem Publikum eine irische Party. Passend dazu konnten sich die Zuschauer ein Guinnes Bier gönnen – und in Erinnerungen an ihre Reisen auf die Grüne Insel schwelgen.

Irish-Folk-Rocker (von links): Daniel Draxler am Banjo, Saoirse Mhór (Sänger mit Gitarre), Marcus Eichenlaub mit der Fiddle, Thomas Gorny (Gesang und E-Bass), Bandgründer Frank Weber mit den Uillean Pipes und Thomas von Haefen (verdeckt, am Bass). | FOTO: CAM

Angefangen mit einem irischen Marsch wurden die Zuhörer von den sechs Musikern der Band Fleadh (zu deutsch: das Fest) instrumental durch die Weiten der irischen Wiesen und Hügel geleitet, wenige Stücke später klatschte das Publikum bereits mit.

Mit Saoirse Mhór war ein echter Ire als Sänger und Gitarrist an Bord, dessen warme Stimmfarbe perfekt zum übrigen Arrangement passte. Eine Einleitung zu den Texten gab es von Sänger Thomas Gorny. Nach Statements zu Mobbing, Wirtschafts- und Ehekrise glänzte Frank Weber mit einem gefühlvoll vorgetragenen Flötenstück. Der Haßlocher ist seit der Gründung der Band 1999 dabei. Mit der Leidenschaft für Folk habe er sich in jungen Jahren bei einem Irlandurlaub infiziert, sinnierte er. Im Laufe der Jahre eignete er sich das Spielen der Uillean Pipes an, einer Dudelsackvariation, deren Blasebalg mit dem Ellbogen angetrieben wird, und er lernte die irische Flöte, den Tin Whistler.

Neben bekennenden Fans der Grünen Insel aus der Umgebung fand sich im Publikum P.J., ein befreundeter irischer Musiker der Band, der im Sommer als Fremdenführer in Dublin und Umgebung aktiv ist. Auch Ursula Boffo aus Ludwigshafen wollte sich noch einmal in die Stimmung des Landes versetzen lassen. Vor einigen Jahren hatte sie einen Urlaub dort verbracht – und sie schwärmt noch heute von der Freundlichkeit der Menschen dieses wunderschönen Landes. „In allen Pubs wird abends musiziert“, erinnerte sie sich. Seither mag sie auch Irish Folk sehr gern.

Zum dritten Mal war Fleadh bereits in Altrip zu Gast – dieses Mal hat der Heimatverein die Band als Teil der Feierlichkeiten zum 1650-jährigen Jubiläum Altrips ins Bürgerhaus eingeladen. Marcus Eichenlaub, der Mann an der Fiddle, hatte hier 2008 seinen ersten Auftritt mit der Band. 2013, in dem Jahr, in dem sie beim Deutschen Rock- und Pop-Preis in gleich fünf Kategorien den ersten Platz gewannen, waren sie zum zweiten Mal in Altrip zu Gast. Die Gruppe hat mittlerweile zahlreiche weitere Auszeichnungen erhalten, was vielleicht an den untypischen Arrangements liegt. Beispielsweise sei das Verwenden eines E-Basses ungewöhnlich, wie Thomas Gorny anmerkte. Er ist das zweitdienstälteste Bandmitglied. Die Arrangements der Stücke bewegen sich in einem breiten Genre, sodass die Musik sentimental bis temperamentvoll ist. Bei zahlreichen Auftritten in Clubs Open Air haben die Musiker reichlich Bühnenerfahrung gesammelt.

Inspiriert durch verschiedene Aufenthalte, unter anderem an der Westküste Irlands, sind so, neben interpretierten Songs, auch eigene Werke entstanden. Deren Anteil belaufe sich laut Band auf zirka 30 Prozent. Mittlerweile hat die Band drei Alben herausgebracht. Aktuell ist „The Peacocks Feather“ mit frischem Folk auf den Markt gekommen.

Den Musikern gelang es letztendlich, zweieinhalb Stunden Irischen Flair nach Altrip zu bringen, die Gäste entließen Fleadh erst nach zwei Zugaben mit Standing Ovations.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz regional Rhein-Pfalz-Kreis - 18. April 2019 | Von Claudia Matheis)

  Weitere Bilder vom Fleadh-Konzert finden Sie unserem Jubiläumsfotoalbum.

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