Eine Minute für jedes Jahr

1650 Minuten Tennisspielen am Stück für eine gute Sache. Das hat es in Altrip und in der Region noch nie gegeben. Bis jetzt. Zum 1650. Geburtstag der Gemeinde hat der Tennisklub zur großen Benefizaktion geladen. Am Ende standen ein bisschen Erschöpfung, jede Menge Spaß – und vor allem zwei Schecks.

Links oben: Auch Platzpflege gehört beim Tennismarathon dazu. | Links unten: 27,5 Stunden Tennis am Stück, das gab es in Altrip noch nie. | Rechts: Bei großer Hitze standen die Altriper Tennis-Cracks auf dem Platz – und auch mitten in der Nacht. Die mit der meisten Ausdauer hörten am Sonntag in den frühen Morgenstunden auf. | FOTOS: LENZ

Wer hätte auch sonst das Ganze beenden sollen? Manfred Staubitz (84), Gründung- und Ehrenmitglied des Tennisklubs Altrip, ließ mit seinem Partner Hans-Peter Kindler (75) im letzten Doppel den Tennis-Marathon nach 1650 Minuten, also 27,5 Stunden, um 11.30 Uhr am Sonntagvormittag ausklingen. „Wir haben sogar 5:4 gegen ein jüngeres Paar gewonnen. Es hat richtig Spaß gemacht und war noch für einen guten Zweck“, sagte Staubitz strahlend.

Zum Abschluss kamen allen Tennisspieler auf den Platz und schossen aus Freude über den gemeinsamen Coup die gelben Filzbälle in den Himmel. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Summen auf den Schecks für den guten Zweck können sich sehen lassen: 5667 Euro gehen an bedürftige Altriper Kinder und 5167 Euro sind für die „Bülent Ceylan Kinder Stiftung“ vorgesehen.

Mittendrin war auch Patrick Fassott (SPD), der künftige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rheinauen: „Mein Respekt und Kompliment den Machern und Veranstaltern. Das ist perfekte Vereinsarbeit“, sagte er. Dieses Kompliment nahm Tennisklub-Chefin Astrid Jentschek dankend an. Zusammen mit ihren Tennisfreundinnen Susi Zahn und Sandra Subramanyam ging sie natürlich selbst aktiv bei tropischen Temperaturen mit gutem Beispiel voran.

„Die Hitze kennen wir schon aus den Medenspielen. Das war kein Problem. Gefreut haben wir uns auch über viele neue Gesichter, die die Gelegenheit zum Reinschnuppern und Kennenlernen unseres Klubs genutzt haben. Vielleicht gewinnen wir durch die Aktion sogar einige neue Mitglieder“, sagte Jentschek.

Auch eine Delegation aus Otterstadt machte sich am Samstagmorgen um 8 Uhr auf den Weg nach Altrip. Die „ganz Harten“, vor allem einige Jugendliche des Altriper Vereins, haben bei extra für die Aktion installiertem Flutlicht mit zwei Power Ballons die Nacht zum Tage gemacht und bis in die frühen Morgenstunden gespielt. Bis 1:30 Uhr ist Musik auf der Anlage gelaufen. Die Anwohner zeigten Verständnis für die auch vom Nachbarschaftsclub TuS Altrip gut angenommene Benefizaktion.

Sportlicher Höhepunkt des umfangreichen Rahmenprogramms war ein heiß umkämpftes Showmatch zwischen dem mehrfachen Deutschen Meister Steffen Neutert und dem Vize Rheinland-Pfalz-Meister Daniel Baumann (beide BASF TC Ludwigshafen). Emotional bewegend waren die Tennisdarbietungen der Special Olympics. Dabei schwangen vier engagierte Spieler mit Handicap zusammen mit dem Altriper Nachwuchs den Schläger. Am Ende verbrüderten sich Behinderte und Nichtbehinderte auf dem Tenniscourt. Das waren tolle Bilder, die den Zuschauern in Erinnerung bleiben werden – gelebte Inklusion.

Für Kurzweile auf dem Platz, etwa Cardiotennis, war Trainer Felix Zahn und seine Partnerin Nadja zuständig. Flotte Rhythmen steuerte am Samstagabend das Duo A’nd und zum Frühschoppen am Sonntag das Trio Anplagd bei. Organisator Ralf Sommer und sein Team haben ganze Arbeit im Vorfeld und an den beiden Tagen geleistet, das haben auch die Besucher am Wochenende anerkannt. Von allen Seiten gab es viel Lob. „Die Idee war, etwas weiter zu geben an Kinder, denen es nicht so gut in unserer Gesellschaft geht“, sagte Sommer, „das ist gelungen. Die Resonanz von Sponsoren, Spendern, Mitgliedern und sonstigen Spielern war überwältigend. Dafür möchten wir uns bei allen bedanken.“ Für den Verein ist klar, dass diese Veranstaltung zum 1650. Geburtstag der Gemeinde einen besonderen Status in der Geschichte des 1993 gegründeten Tennisklubs einnehmen wird. Mit dem positiven Nebeneffekt, die Zusammengehörigkeit im rund 200 mitgliederstarken Altriper Tennisklub zu stärken.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 3. Juli 2019 | von Stefan Naumer)
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