Die Altriper Goldmarie

Gold! Echtes Gold! Und das im Rhein. Wird dieser Fund das Leben von Marie und ihrer Familie verändern? Die Altriper Rheinfinken erzählen in ihrem neuen Musical eine Geschichte, wie sie vielleicht wirklich hätte im Ort passieren können. Uraufführung ist am 10. November.

Ein Blick in die Geschichte des Fischerorts Altrip: Das neue Musical der Rheinfinken spielt um 1700 in der Gemeinde am Rhein. Erzählt wird die Geschichte der „Goldmarie von Altrip“.  | FOTO: LENZ

Ach, wie gern würden sie zur Schule gehen. So wie ihre Brüder. Doch davon können Marie und ihr Schwestern nur träumen. „Die Familie ist verarmt, die Mutter krank und braucht Medizin“, erzählt Helga Schmidt. Darunter leiden auch die Kinder, vor allem aber die Töchter der Familie. „Sie müssen arbeiten und Wäsche waschen, obwohl sie davon träumen, wie ihre Brüder in der Schule lernen zu dürfen“, erzählt die Vorsitzende des Kinder- und Jugendchors Altriper Rheinfinken.

Doch eines Tages geschieht ein kleines Wunder. Marie entdeckt beim Wäschewaschen am Rheinufer Goldkörnchen. Hoffnung flackert auf. Hoffnung auf ein besseres Leben für ihre Familie. Doch da gibt es ja noch den Schultheiß, der fordert, dass die Goldfunde bei ihm abgegeben werden müssen.

Das Musical ist der Beitrag der Rheinfinken zum 1650-jährigen Bestehen der Ortsgemeinde Altrip. Den Aufhänger der Handlung bilden Goldfunde im Rhein, auch auf der Altriper Gemarkung. „Ich hatte in Quellentexten und Berichten von Heimatforschern wie Wolfgang Schneider gelesen“, erzählt Helga Schmidt, die gemeinsam mit ihrer Tochter und Chorleiterin Christiane Schmidt Ideen für das Stück gesammelt hat. Die Handlung sollte um 1700 spielen. Damals ernährte der Fischfang die Bewohner von Altrip. „Sie konnten gut davon leben“, weiß Helga Schmidt aus historischen Berichten über ihre Heimatgemeinde. Daher dreht sich auch das Bühnengeschehen um eine Fischerfamilie – wenn auch um eine verarmte.

Die Besucher können sich auf ein fantasievolles Bühnengeschehen freuen. Denn die historische Geschichte hat Ursula Mellinghaus in ansprechende Texte und Lieder gekleidet. Die Lingenfelderin ist Mitglied bei der Sprechergruppe Ohrenschmaus in Germersheim. „Ich habe ein Faible für Sprache“, sagt die gelernte Dolmetscherin und Dozentin. Der Kontakt zu den Rheinfinken kam über Chorleiterin Christiane Schmidt und ihren Projektchor „Prochoro“ zustande, der in Westheim probt. „Sie hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, das Stück zu schreiben“, erinnert sich Ursula Mellinghaus.

Hatte sie, sagte zu und ließ die Idee auf sich wirken. „Es hat eine ganze Weile in mir gearbeitet, dann habe ich einen Entwurf gemacht.“ Bis daraus schließlich die Fassung wurde, die der Hauptchor der Rheinfinken am Sonntag präsentiert, waren noch Ergänzungen und Korrekturen nötig. Denn: „Erst beim Proben auf der Bühne sieht man, wie es wirkt. Da haben wir dann immer wieder noch etwas verändert“, berichtet Christiane Schmidt, die die Musik für das Musical komponiert hat. Ursula Mellinghaus hat die Zusammenarbeit Spaß gemacht. „Das wird auch nicht die letzte sein“, meint sie.

Mit den rund 23 Kindern im Alter von neun bis 14 Jahren aus dem Haupt- und Jugendchor hat Christiane Schmidt seit Januar geprobt. Sogar ein Probenwochenende in Neustadt gab es im Oktober, um den Kindern Sicherheit für den großen Auftritt zu geben. Dass solch ein Werk – noch dazu eine Uraufführung – dank vieler helfenden Hände zustande kommt, wird daraus ersichtlich. Neben der ansprechenden Musik und dem lebendigen Spiel der Kinder tragen auch die historischen Kostüme ihren wesentlichen Teil an der Wirkung des Musicals bei. Sie stammen von Petra Fürwitt. Die Altriper Hobbyschneiderin ist auch Mitglied bei den Hobbykünstlern und hat an die 25 Kostüme nach Maß – passend für jeden Darsteller auf der Bühne – in ihrer heimischen Nähwerkstatt geschneidert. Und so kann es am Sonntag heißen: „Vorhang auf für die Goldmarie von Altrip.“

TERMIN
„Die Goldmarie von Altrip“ von Christiane Schmidt und Ursula Mellinghaus, Sonntag, 10. November, 16 Uhr, Reginozentrum, Altrip. Eintrittskarten gibt es bei den Chorproben montags von 15.30 bis 18.30, unter Telefon 06236/3180 sowie in den Vorverkaufsstellen Evis Trafik, Lotto-Totto Kelemen und Angelshop Mansky in Altrip und in den Gemeindeverwaltungen Altrip und Neuhofen.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 31. Oktober 2019 | Von Mechthild Möbus)
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