Eine lange Geschichte

Brücke oder nicht Brücke, das war seit den 1950er-Jahren die Frage für die Altriper. Schon 1954 hatte die Gemeinde eine Brücke gefordert, weil die Fähre heillos überlastet war. Als 1967 die Trassenführung für eine mögliche Brücke vorgestellt wurde, kam die erste Ernüchterung. Die Altriper Bürger hätten bis nach Rheingönheim fahren müssen, denn dort wäre die Zufahrt für die Brücke gewesen. Trotzdem war die Brücke immer noch erwünscht.

Das Blatt wendete sich Ende der 1970er-Jahre. Die ersten Politiker sprachen sich gegen eine Brücke aus, die neu gegründeten Grünen setzten 1983 alles daran, die Brücke zu verhindern. Bis heute sind sie vehement dagegen. Eine Bürgerumfrage aus dem Jahr 1984 zeigte, dass sich 63,1 Prozent der Befragten gegen eine solche Rheinquerung aussprachen. Als Folge war nun auch der Gemeinderat dagegen.

Ein Blick zurück in das Jahr 2003. Hier war einmal die Rheinbrücke bei Altrip vorgesehen. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 13.03.2020 | Text: Christine Kraus | Foto: Lenz)

2003 strich die Bundesregierung die Brücke aus dem Verkehrswegeplan, zwei Jahre später wurde der Planfeststellungsbeschluss, also die Baugenehmigung für die Brücke, aufgehoben. 2008 setzte sich Minister Hendrik Hering (SPD) dafür ein, die Brücke wieder in den Bundesverkehrswegeplan einzustellen. So weit ist es aber nicht gekommen.

2010 kam eine alternative Lösung ins Gespräch – ein Tunnel statt einer Brücke. Das war einerseits mit 570 Millionen Euro zu teuer, andererseits hätte es keinen passenden Anschluss auf Mannheimer Seite gegeben. So war auch diese Lösung bald vom Tisch und im Regionalplan 2013 ist die Trasse für eine Rheinquerung nicht mehr eingezeichnet worden.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 13. März 2020 | Text: Christine Kraus | Foto: Lenz)
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