„In Brustlage und schönstem Stile”

Vor 100 Jahren erstes Pfälzisches Dauerschwimmen des LSV

Aufsehen erregte im Sommer vor 100 Jahren eine Veranstaltung, die der damals junge Ludwigshafener Schwimmverein LSV 07 ausgerichtet hatte - und die „Bestand von Dauer” haben sollte. Doch der Erste Weltkrieg machte den Dauerschwimmern ab Speyer und auch ab Altrip ein Ende. Danach wurden die Langstrecken-Wettbewerbe lange Zeit nicht wieder aufgenommen.

Vom ersten „Pfälzischen Dauerschwimmen” über 23 Kilometer von der Schiffbrücke in Speyer zum Freibad an der Pegeluhr am Ludwigshafener Hafen fanden sich in der „Speierer Zeitung” folgende Zeilen: „Es erschienen am Start zehn Herren, von denen vier das Ziel in der kurzen Zeit von drei Stunden und 18 Minuten erreichten. Es waren Pasquay vom SV Saarbrücken, Bächle vom SK Neustadt nebst Arnold Winkler und Peter Pfaff vom Ludwigshafener SV. Sie durchschwammen die Strecke in Brustlage und in schönstem Stile. Die übrigen Herren mussten infolge Ermüdung oder Krampf aufgeben und sich in das Begleitboot aufnehmen lassen. Die Wassertemperatur betrug 14,5 Grad Réaumur.” Das entspricht 18,13 Grad Celsius. ” Das war eine ziemlich kühle Angelegenheit damals. Nach Angaben der Umweltorganisation BUND ist der Rhein inzwischen durchschnittlich drei Grad wärmer - eine Folge der Kühl- und Abwässer. Erstaunlicherweise wird die Temperatur immer noch in Réaumur angegeben, obwohl 1901 auch in Deutschland auf Celsius umgestellt worden war.

Einige Schwimmer des Ludwigshafener Schwimmvereins (im Bild) nahmen beim ersten Pfälzischen Dauerschwimmen im Rhein teil. Morgen findet das Dauerschwimmen wieder beim LSV statt. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 20.08.2010 | Text: Wolfgang Kauer | Foto: Archiv)Zurück zum Dauerschwimmen: Einer der „Sieger” der Dauerschwimm-Premiere, Arnold Winkler, war am 25. Juli 1907 einer der Gründer des LSV und zugleich einer der Trainer. 16 Ludwigshafener hatten sich von einer Wassersport-Werbeveranstaltung auf dem ersten Parkfest zur Gründung eines dem Schwimmsport gewidmeten Vereins inspirieren lassen. In der Chronik des LSV heißt es dazu: „Das damals zuständige Flussbauamt Speyer war Veranstaltungen gegenüber wohl gesonnen und genehmigte die Nutzung der Kammerschleuse und des Petroleums-Hafens als Trainingsstätte und zum Feiern von Schwimmfesten. Der Mundenheimer Altrhein-Hafen wurde auch dazu genutzt.”

1914 war Schluss mit dem Dauerschwimmen. „Durch die Einberufung zahlreicher Vereinsmitglieder zum Militärdienst und durch das während des Krieges geltende Verbot der Durchführung sportlicher Veranstaltungen kam es zum ungewollten Einbruch der Aktivitäten”, heißt es in der Chronik.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 20. August 2010 | Text: Wolfgang Kauer | Foto: Lenz)
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