Brotbacken: Ran an den Teig | LAND UND LEUTE

„Es wäre so schön gewesen: Ostersamstag, es ist Backtag im Altriper Brotbackhaus, wunderbares Frühlingswetter mit Sonnenschein und tiefblauem Himmel, der Geruch von Frischgebackenem zieht durch die Dorfmitte, gemeinsam mit Freunden wird darauf gewartet, bis die selbstgemachten Leckereien fertig sind und man tauscht sich über die Herstellung der Köstlichkeiten aus …“. Läuft Ihnen bei der Schilderung schon das Wasser im Mund zusammen? Sie stammt von der Brotbackgruppe des Heimat-und Geschichtsvereins (HGV) Altrip. Die fleißigen Altriper verfügen bekanntermaßen über ein Backhaus, an dem sich ebenso fleißige Brotbäcker treffen und ihr eigenes Brot backen können. Und wie man sich denken kann in diesen Zeiten, wurde aus dem Ostersamstags-Backtag natürlich nichts ... Fieses Virus!

Aber so leicht geben Altriper nicht auf. Und so wurde eine Idee in die Tat umgesetzt, die laut „Brotbackchef“ Jupp Settele schon vor der Krise diskutiert worden ist: „WhatsApp-Backen“. Backen mit Smartphone? Äh – ja. Wie es funktioniert: „Alle Teilnehmer backen gemeinsam, aber doch jeder für sich zu Hause im eigenen Backofen. Im Vorfeld wird verabredet, was genau an diesem Tag gebacken werden soll.“ Beim Testlauf ging es natürlich österlich zu: ein dekoratives Sternbrot, Aachener Poschweck (Osterbrot) sowie ein Ostergebäck aus Kreta standen auf der Tagesordnung, beziehungsweise im Rezeptbuch.

Lebensecht. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 18.04.2020 | Text: Ulrike Minor | Karikatur: Uwe Herrmann)Handy griffbereit, WhatsApp-Gruppe geöffnet, los geht’s. Der Vorteil laut HGV: „Jeder, der schon einmal selbst gebacken hat, hat es schon erlebt, der Teig ist zu dünn, der Teig ist zu zäh, der Teig klebt oder bröselt, die Temperatur im Backofen war zu hoch oder lag vielleicht es an Umluft, Ober- oder Unterhitze.“ Fragen, Tipps und Antworten gab es jetzt pronto. Und nicht nur das. Es wurden Bilder geschickt oder per Videostream gezeigt, wie es eigentlich aussehen soll, wenn es denn gelungen ist, das Backwerk. Aber auch „visuell eigenwillige Kompositionen“ wurden geteilt.

Getrennt backen und irgendwie doch gemeinsam – Jupp Settele denkt da schon weiter: „Wenn dann von den gebackenen Teilen etwas eingefroren wird, kann an unseren gemeinsamen Backtagen auch eine Geschmacksprobe stattfinden.“ Wenn alle sich mal wieder, mit Sicherheitsabstand, am Brotbackhaus treffen können.

Coronavirus hin oder her: Das WhatsApp-Backen habe so einen Spaß gemacht, dass es wiederholt werden soll. Wer Interesse hat, kann sich mit Jupp Settele (Telefon (0179/ 9943613 oder E-Mail jupp.settele(@)hgv-altrip.de) in Verbindung setzen. Telefonkonferenz kann (oder muss) ja fast jeder. Konferenzbacken – das ist doch mal was!

Ein schönes Wochenende
wünscht Ulrike Minor

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 18. April 2020 | Text: Ulrike Minor | Karikatur: Uwe Herrmann)

Einige Bilder vom WhatsApp-Backen finden Sie hier in unserem Fotoalbum.

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