Ausflug ins Mystische

Frühlingserwachen mit Liebesleid und -freud, okkulte Rituale auf einer Altrheinwiese gepaart mit Pfälzer Wortwitz – das ist die besondere Mischung, aus der der neue Kurpfalz-Krimi von Nela W. Feuerstein besteht. „Hab Acht, Walpurgas Nacht!“ ist der geheimnisvolle Titel des nun schon sechsten Buchs der Altriperin, das etwas vom Gewohnten abweicht. 

Nela W. Feuerstein mit ihrem neuesten Werk auf einer der vielen Bänke am Rhein. An diesen treffen sich oft die Altriper Senioren zum Plaudern, wie auch in den Krimis der Autorin. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 08.06.2020 | Text & Foto: Mechthild Möbus)Der Titel lehne sich nicht von ungefähr an die „Walpurgisnacht“ an, sagt Nela W. Feuerstein bei der Vorstellung ihres Buchs. Es gibt einiges in ihrem neuen Krimi, das an Hexen erinnert, an schaurige Rituale etwa, bei denen auch Blut fließt. Auch die schwarze Katze auf dem Titelbild soll eine Anspielung auf das Geschehen sein, dass sich am Rand von Altrip in den Rheinauen – oft auch in der Dämmerung oder nachts – abspielt. Mehr möchte die Autorin jedoch nicht verraten, damit es für die Leser spannend bleibt.

Doch einen Einblick in das Geschehen möchte sie dennoch geben. Die Natur rund um Altrip spiele eine große Rolle. Denn Nela W. Feuerstein beschreibt schon zu Beginn ihres Buchs den Zauber des Frühlingserwachens in der Natur des Altrheins am Rand ihrer Heimatgemeinde Altrip. Die Gegend ist ihr bestens vertraut: „Die Landschaft am Rhein mit dem Auwald kenne ich sehr gut, schon allein durch die täglichen Spaziergänge mit meinen Hunden“, erzählt die 56-Jährige, die seit 1999 in der Rheingemeinde lebt. So hat sie das Frühlingserwachen mit den Veränderungen in der Natur genau beschrieben – und natürlich auch die Frühlingsgefühle: „Also das, was der Frühling mit den Menschen macht“, sagt sie und muss schmunzeln: „Die einen verlieben sich, die anderen trennen sich.“

In mehreren Handlungssträngen mit diesmal mehr Personen als in ihren vorherigen Büchern hat sie die Atmosphäre im Ort beschrieben. Dazu gehören Hauptkommissarin Lilo Rasch, die die Lesern vielleicht schon aus den früheren Krimis als Ermittlerin kennen. Sie hat nicht nur privat Zoff mit ihrer Tochter und deren pubertären Stimmungsschwankungen, sondern muss auch einen Mordfall aufklären. Ihr zur Seite steht ihr Mannheimer Kollege, denn die Leiche einer an der Hand verstümmelten Frau aus Altrip wurde am Ufer unterhalb des Großkraftwerkes unweit der Anlegestelle der Fähre am Neckarauer Ufer entdeckt.

Die Spuren führen die beiden Ermittler zunächst durchaus auch mal in die falsche Richtung. Doch der Leser verfolgt gebannt, wie Lilo Rasch und ihr Kollege die Puzzlesteine zusammenfügen und bald den Fall aufklären können. Für Spannung sorgt auch die mystische Atmosphäre mit geheimnisvollen Zeichen an Bäumen und okkulten Ritualen.

„Ich hatte Lust, etwas Mystisches zu schreiben, da ich den Eindruck habe, dass durch die technisierte, moderne Welt gerade viele Jugendliche einen Hang zu ursprünglichen Ritualen und dem Okkulten entwickeln“, sagt die Altriperin und ergänzt: „Je aufgeklärter die Welt, umso größer ist vielleicht die Suche nach Unerklärlichem und Übernatürlichem.“

Sehr lebendig und wie immer auch humorvoll, vor allem aber mit viel Gespür für Dialoge, entwickelt Nela W. Feuerstein die Handlung: Etwa mit so schillernden Figuren wie Walpurga Ringelnatt, die in schönstem Berlinerisch redet, und mit ihren geheimnisvollen Heiltränken so manchem in Altrip hilft. „Ich sehe die Szenen vor mir beim Schreiben; ich möchte, dass es für den Leser lebendig wird“, erläutert sie. Und: „Wenn es mir beim Lesen selbst Spaß macht, weiß ich, dass es hoffentlich auch so beim Leser ankommt.“

Auch die liebenswürdigen Rentner, die schon in Nela W. Feuersteins früheren Büchern vorkommen, sind wieder mit dabei und sorgen in schönstem Pfälzisch sicher für viele Lacher beim Leser: Denn: Die Figuren reden, wie ihnen der „Schnawwel“ gewachsen ist.

Wie schon im vorhergehenden Krimi hat Nela W. Feuerstein auch die umliegenden Ortsgemeinden miteinbezogen, die ja seit 2014 mit Altrip eine Verbandsgemeinde bilden. So hat die Autorin einen Indianerschmuckladen in Waldsee und einen Angelshop in Neuhofen erfunden, die ebenfalls in die Handlung verwickelt sind.

Das Schreiben des Buchs hat ihr Freude bereitet, erzählt die Altriperin. An den Szenen und Dialogen hat sie aber auch gefeilt und neue Ideen einfließen lassen. Der Entstehungsprozess selbst habe diesmal schon 2017 begonnen, als sie das erste Kapitel geschrieben habe. Danach kam sie aus familiären Gründen nicht zum Schreiben, eingestiegen ist sie dann wieder im November vergangenen Jahres. Zeitweise schreibt sie ein bis zwei Stunden am Tag. Vor allem war sie aktiv, als sie wegen der Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise mehr Zeit hatte.

Das Buch ist im Eigenverlag erschienen, gedruckt wurde es bei Maierdruck in Lingenfeld. „Sie haben mir sehr geholfen“, sagt sie und ist den Fachleuten dankbar für die Unterstützung, ihr Werk zu veröffentlichen. Nun freut sie sich auf viele Leser und hofft, dass ihnen das Lesen so viel Spaß macht wie ihr selbst das Schreiben.

ZUR SACHE: Der sechste Krimi
„Hab Acht, Walpurgas Nacht“ ist der Titel des sechsten Kurpfalz-Krimis der Altriper Autorin Nela W. Feuerstein. Wer das Buch kaufen möchte, kann sich unter anderem direkt an die Autorin wenden: per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Der Krimi ist aber auch erhältlich: in Kotters Einkaufsmarkt, Rheingönheimer Straße 21, in Altrip, Telefon 06236/2891, oder im Schifferstadter Schreiwer-Hais'l, Beate Holzwarth, Lillengasse 5, Telefon 06235/98596.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 8. Juni 2020 | Text & Foto: Mechthild Möbus)
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