Vereine im Wandel der Zeit

Ausstellung des Heimatvereins Altrip wird am Samstag eröffnet

Wie sah es in der Gründungsphase bei den Karnevalisten der Altriper Wasserhinkle aus? Wie sind die Gesangvereine entstanden? Diese und noch mehr Fragen werden bei der Ausstellung „Altriper Vereinsleben - gestern und heute” des Heimat- und Geschichtsvereins Altrip beantwortet.

Ab Samstag präsentieren 21 Altriper Vereine Auszüge aus ihrer Geschichte. So feiert die Karnevalsgesellschaft „Die Wasserhinkle” (KGW) 2012 ihr 75-jähriges Bestehen. Bei den Fasnachtern tanzte auch Daniela Katzenberger. Und dass die KGW früher das Altpapier in Altrip entsorgte und viele Parkfeste organisierte, ist heute ebenfalls nicht mehr allgemein bekannt.

Auch die beiden ältesten Vereine, der Männergesangverein 1867 (MGV) und die Sänger-Einheit 1874, die sich nach Streit bei einer Gemeinderatswahl vom Männergesangverein abspaltete, sind mit von der Partie. Die Musik- und Gesangvereine stellen nahezu ein Viertel aller Vereinsmitglieder in der Gemeinde.

Als größter Verein präsentiert sich der TuS 1906, der bereits 1890 im Turnverein Jahn einen Vorläufer hatte. Der TuS galt vor dem Zweiten Weltkrieg als der bürgerliche Verein - im Gegensatz zu den linksorientierten Arbeitervereinen. Der zweitstärkste Sportverein, der Athletenclub 1923, der ebenfalls ausstellt, gehörte dem „Kartell der Arbeitervereine” an.

Medizinische Geräte wie diese Spritzen des Evangelischen Krankenpflegevereins gibt es auch bei der Ausstellung zu sehen. | FOTO: LenzVor dem Ersten Weltkrieg gab es noch keine einzige Frau in einem Verein. In den Stammlokalen der Vereine trafen sich die Männer auch außerhalb von Vereinsterminen. Eine Frau betrat ein Lokal zumeist nur, um ihren Mann herauszuholen, damit er nicht den Lohn eines ganzen Zahltag verspielte.

Frauen organisierten sich erst später und dann meist in kirchlichen Organisationen. So war es üblich, dass fast jede frisch verheiratete Frau Mitglied im Evangelischen Krankenpflegeverein und dem Evangelischen Frauenbund wurde. Selbst beim Roten Kreuz gab es eine Geschlechtertrennung.

In den vergangenen 100 Jahren führten die beiden Weltkriege und ihre Begleitumstände zum Erliegen vieler Vereinsaktivitäten. Etlichen Vereinen gelang keine Wiedergründung mehr. Inzwischen hat sich das Erscheinungsbild der Vereine gewandelt. Vorbei sind die Zeiten der Fahnenweihen, Teilnahme an allen möglichen Umzügen, Waldparkfesten und Erntedankfeiern. Theateraufführungen zu Weihnachten mit vereinseigenen Kräften und Kappensitzungen gehören ebenfalls eher der Vergangenheit an. Trotzdem übernehmen Vereine auch heute noch viele sportliche, kulturelle und gesellschaftlicher Aufgaben. (wlf)

Termin
Öffnungszeiten: 21. Januar, 14 bis 18 Uhr, 22. Januar, 11 bis 18 Uhr. 28. Januar, 14 bis 18 Uhr, 29. Januar, 11 bis 18 Uhr. Das Museumscafé ist an allen Tagen geöffnet. 

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 19. Januar 2012)