Fährverbindung über den Rhein auch nach 750 Jahren sehr gefragt

Soll künftig bei Niedrigwasser nicht so schnell am Ufer bleiben müssen: die Rheinfähre, die in der Nähe des Großkraftwerkes zwischen Mannheim und Altrip pendeltSoll künftig bei Niedrigwasser nicht so schnell am Ufer bleiben müssen: die Rheinfähre, die in der Nähe des Großkraftwerkes zwischen Mannheim und Altrip pendeltSchiffs-Umbau soll Kapazität vergrößern

Im Viertelstundentakt bilden sich Schlangen an der Anlegestelle der Rheinfähre Altrip, die seit 1. November vergangenen Jahres den Namen „Kornsand“ trägt. Bald jedoch soll wieder die bekannte Vorgängerfähre „Altrip-Mannheim“ den Betrieb aufnehmen, die in der Speyerer Schiffswerft Braun zugunsten einer besseren Auslastung optimiert wird. Der Fährbetrieb in Altrip schreibt 2012 besonders Geschichte: 750 Jahre bereits wird zwischen der Rheingemeinde und dem gegenüberliegenden Mannheim-Neckarau gependelt.

Bis zu drei Autos mehr befördern können soll die Fähre nach dem Umbau. Eine Verringerung der Wartezeit im Berufsverkehr will die Rheinfähre Altrip GmbH mit dem Altriper Bürgermeister Jürgen Jacob als Geschäftsführer an der Spitze dadurch ermöglichen. „Für Bürger um und in Altrip, die in Mannheim und Umgebung arbeiten, hat die Fähre große Bedeutung“, weiß Jacob und ergänzt: „Wir sind froh und stolz darauf, die geschätzten Umbau- und Modernisierungskosten aus eigenen finanziellen Mitteln bestreiten zu können.“ Ursprünglich sei die Anschaffung einer neuen Fähre im Gespräch gewesen. Ein eng geschnürtes Finanzkorsett habe jedoch die Entscheidung zum Umbau – immerhin noch 700.000 Euro – fällen lassen. Dass der Umbau zu einer Steigerung der Kapazität führt, freut auch Landrat Clemens Körner: „Durch die Umrüstung der Fähre kann diese bei deutlich niedrigeren Wasserständen übersetzen.“ Das erhöhe die Attraktivität der guten Verbindung in der Metropolregion.

Bis zu 18 Autos können pro Überfahrt nach Neckarau mitgenommen werden. Im ganzjährigen Betrieb befördern die acht fest angestellten Beschäftigten nach Auskunft von Xenia Stobbe (Stadt Mannheim) 800.000 Gäste und ihre Fahrzeuge. Übergesetzt wird täglich von 5.30 Uhr bis 22.30 Uhr. Im Zuge der Modernisierung sollen neue, belastbare Marinemotoren eingebaut, die Hydraulik neu ausgelegt und umfangreiche Verbesserungen für den Betrieb bei Niedrigwasser vorgenommen werden. Traditionell werden die Geschäfte seit Gründung der GmbH und Betrieb einer frei fahrenden Motorfähre im Jahre 1958 vom Altriper Rathaus aus geführt. Geschäftsführer waren bisher immer die jeweiligen Altriper Bürgermeister. Gesellschafter der Fähre sind die Stadt Mannheim, der Rhein-Pfalz-Kreis und die Gemeinde Altrip.

Die jetzige Fähre ist seit 1991 in Betrieb. Vor 1958 beförderte seit 1891 eine sogenannte Gierfähre, die an einem Seil hängt, die Passagiere und ihre Gefährte.

Näheres zu Fahrzeiten, Preisen und rund um die Fähre unter www.rheinfaehre-altrip.com.

(Quelle: RP-Kreis-Kurier, Nr. 1/2012, vom 25. Februar 2012)