Der Mörder kommt immer aus Altrip

Krimiautorin Nela W. Feuerstein liest im Schifferstadter Schreiwer-Hais'l aus ihren Werken

Krimiautorin Nela W. Feuerstein war zu Gast im Schifferstadter Schreiwer-Hais'l und hat aus ihren Romanen „Auf Killertrip in Altrip" und „Feuerteufel - Mordstrara an der Blauen Adria" gelesen. Virtuos vorgetragen hauchte sie ihrer Hauptfigur, dem Altriper Rentner Ernst Pelzer, und den skurrilen Charakteren in seinem Umfeld leben ein.

Lässt mordlüstige Rentner lebendig werden: Nela W. Feuerstein liest und singt. Ihr Kehrvers: „Der Mörder kommt immer aus Altrip.” FOTO: LENZErnst Pelzer ist ein rüstiger Endsiebziger und ein typischer Bewohner der „renitenten Pfälzer Gemeinde": In seiner Freizeit stellt er Morcheldiebe, geht angeln und mordet gelegentlich. So jedenfalls stellt sich Autorin Nela W. Feuerstein den typischen Altriper vor, denn in ihren Romanen lautet das Credo: „Der Mörder kommt immer aus Altrip." Ihre Krimis sind eine gelungene Mischung aus Witz, Regionalkolorit und blutrünstigen Morden. Feuerstein schreibt ausdrucksstark und plastisch, jeder Satz verrät ihre scharfe Beobachtungsgabe.

So mancher Altriper fühlt sich regelrecht ertappt, wenn Feuerstein die Bewohner in ihren Romanen geradezu seziert. Das bringt der Autorin jedoch auch Kritik ein: „Manche Altriper können sich in den Romanen wiedererkennen, auch wenn ich immer wieder betone, dass die Figuren frei erfunden sind", sagt die Autorin. „Ich gehe jeden Tag im Dorf mit dem Hund spazieren und erlebe so viele Situationen, die ich in meine Bücher einfließen lassen kann. Manche finden meine Darstellung zu negativ. Andere sagen, ich würde die Altriper genau treffen mit meiner Beschreibung. Skurrile Figuren gibt es ja eigentlich auch in jedem Dorf."

Neben ihren Romanen trägt Feuerstein auch einige Kurzgeschichten vor. Dazu reichen die Gastgeber Beate Holzwarth und Claus Jürgen Müller im Wohnzimmer des Schreiwer-Hais'l Cracker und „Killerbowle". Und nebenbei geben sie noch einige Anekdoten aus ihrem Leben als Kleinverleger zum Besten. Die Krimifans Beatrix und Helmut Bühler sind extra aus Mannheim nach Schifferstadt gekommen, um an der Lesung teilzunehmen. „Uns gefällt es sehr gut hier", sagt Beatrix Bühler. „Mir macht es besonders Spaß, die Kurzgeschichten zu lesen, das kann man auch nebenbei machen."

Bereits vor 15 Jahren schrieb Feuerstein einen Krimi, konnte sich aber nicht dazu durchringen, ihn zu veröffentlichen. Vor einem Jahr dann nahm sie an einem Krimiwettbewerb teil und erhielt viel positive Resonanz. Seither hat sie zwei Romane veröffentlicht, der dritte folgt im Herbst. Alle handeln von Ernst Pelzer und seinen fünf Freunden. Zuerst steht er selbst unter Verdacht, später hilft er der Polizei bei den Ermittlungen.

„Durch meine Arbeit als Krankenschwester habe ich auch viel mit älteren Menschen zu tun und wollte einfach zeigen, dass auch sie noch Krimipotenzial haben. Ich fand, es war eine witzige und skurrile Idee, eine Gruppe Rentner zu zeigen, die einen unangenehmen Zeitgenossen einfach mal aus dem Weg räumt", erklärt die Autorin. (aaw)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 6. März 2012)