Ein Ofen für alle Altriper

Der Heimat- und Geschichtsverein will neben dem Bürgerhaus Alta ripa ein Brotbackhaus bauen und wirbt deshalb um Spenden

Der Heimat- und Geschischtverein Altrip möchte ein Brotbackhaus für die Altriper bauen. Damit soll die Tradition des Brotbackens wiederbelebt werden. Finanziert werden soll der Ofen mit Spenden. Innerhalb von drei Monaten will der Verein das Geld zusammentragen.

„Qualitätsbrot ist nur noch selten zu bekommen”, meint Alois Eitl, 2. Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Altrip. Kleine Bäckereien, die dem Handwerk noch selbst nachgehen und gutes Brot backen, seien fast nicht mehr zu finden. Deshalb hat sein Verein mit Unterstützung der Gemeinde Anfang März die Initiative „Ein Brotbackhaus für Altrip” ins Leben gerufen. Neben dem Bürgerhaus Alta Ripa soll ein Treffpunkt zum gemeinsamen Brotbacken geschaffen werden - ein Brotbackhaus mit einem Holzofen im Mittelpunkt, wie es früher in vielen Gemeinden zu finden war.

Etwa 10.000 Euro sind für ein komplettes Brotbackhaus in der geplanten Größe laut Eitl zu veranschlagen. Mit der Aktion „Backsteine für das Backhaus” können die Bürger Altrips mit einer Spende einen Backstein aus Tonkarton kaufen. Die Steine werden zusammen mit den Altriper Kindergärten gebastelt und sollen die Steine des neuen Ofens symbolisieren. Drei Monate soll die Aktion dauern. So hoffen die Initiatoren, einen Betrag von 7000 Euro sammeln zu können. Den Rest von etwa 3000 Euro will dann der Verein tragen.

Sollte der Betrag bis Ende Mai nicht erreicht werden, beendet der Verein die Aktion und erstattet die Spenden zurück. Während der drei Monate sind regelmäßige Informationsveranstaltungen, Werbestände und Kurse in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Rhein-Pfalz rund ums Thema Brot geplant. Die Resonanz der Altriper beim ersten Werbestand war positiv, sagt der Vorsitzende.

DWiederbelebte Tradition: In Minfeld steht ein Brotbackhaus im Zentrum der Gemeinde. ARCHIVFoto: Iversen er Bedarf an gutem Brot sei gegeben. Auch die Tatsache, dass das Backhaus multifunktional einsetzbar ist, könnte zur Begeisterung beitragen. So kann der Ofen bei Dorffesten oder beim Weihnachtsmarkt zum Flammkuchen- oder Pizzaofen umfunktioniert werden.

Gegen einen Beitrag zwischen 50 Cent und einem Euro, der die Holzkosten abdecken soll, könnten die Altriper künftig ihr Brot selbst backen. Geplant ist, das Backhaus mindestens einmal im Monat an einem Samstag zu öffnen. Das sei aber eine Frage des Interesses im Ort, sagt Eitl. Mit einem Backgang könnten bei der geplanten Größe des Ofens zwischen 40 und 50 Brote gebacken werden. Damit könne der Tagesbedarf der Bürger zwar nicht gestillt werden, aber die Tradition des Brotbackens wiederbelebt werden.

Außerdem könne ein Brotbackhaus in Zukunft das kommunikative Zentrum der Gemeinde werden, hebt Alois Eitl hervor. Die Backsteine im Wert von 20, 50 oder 100 Euro können an den Werbeständen oder direkt beim Heimat- und Geschichtsverein erworben werden.

Termin
Informationsabend zum Brotbackhaus, morgen, Mittwoch, 28. März, um 19 Uhr im Regino-Zentrum.

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 27. März 2012 | VonbCaroline Lambert)

Nils fragt:
Was ist ein Brotbackhaus?

Nils fragt: Was ist ein Brotbackhaus?Bis vor 50 Jahren gab es in vielen Dörfern in Deutschland ein gemeinsames Backhaus. Ungefähr einmal die Woche trafen sich dort die Leute zum gemeinsamen Brotbacken. Das hat den Bäcker, den eigenen Ofen und Energie gespart. Außerdem konnten beim Warten auf das Brot Neuigkeiten aus dem Ort ausgetauscht werden. Denn das Backen in so einem Holzofen dauert eine Weile. Erst muss der Ofen zwei bis drei Stunden mit Holz vorgeheizt werden. Dann wird die Glut entfernt und der Brotteig auf die heißen Steine gelegt, auf denen vorher das Feuer war. Je nach Größe der Brote muss man sich dann nochmal etwas länger als eine Stunde gedulden. (cala)

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 27. März 2012)