20 Euro für ein Gesundheitsbrot

Großer Andrang bei erstem Altriper Backhausfest im Bürgerhaus „Alta Ripa" – Brotversteigerung ist der Renner

Vor einem Jahr ist das Altriper Brotbackhaus in der Dorfmitte fertiggestellt worden. Den ersten Geburtstag haben der Heimat- und Geschichtsverein und seine Brotbackgruppe am Samstag mit einem Fest gefeiert. Spaßiger Höhepunkt war die Brotversteigerung im Bürgerhaus „Alta Ripa".

„Sieben Euro für dieses mit Urkorn gebackene Brot. Sieben Euro, höre ich acht?", fragt Alois Eitl in die volle Runde. An den Tischen wird eifrig nachgedacht und getuschelt, dann heben sich die Hände reihenweise. Acht, neun, zehn. „Elf Euro. Das sollte einem die Gesundheit schon mal wert sein", sagt der Moderator der Versteigerung über das „Gesundheitsbrot" getaufte Backwerk. Eitl ist auch Vorsitzender des Altriper Heimat- und Geschichtsvereins.

Damit die Leute sehen können, wofür sie bieten, läuft Elke Knöppler mit dem lecker ausschauenden Brot vor den Reihen auf und ab und präsentiert es den Teilnehmern der etwas anderen Auktion aus der Nähe. „Schauen Sie, wie wunderbar bestäubt und aufgebrochen es ist", lockt Eitl. Manchem läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Zwölf, 13, 14 Euro. Das Gesundheitsbrot ist besonders begehrt. Das Einstiegsgebot – je nach Brot zwischen 2,50 und 3,50 Euro – ist längst um ein Vielfaches übertroffen. Je höher die Gebote, desto lebhafter wird es im Saal.

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Alois Eitl hatte bei der Brotversteigerung sichtbar Spaß. FOTO: LENZZum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Alois Eitl hatte bei der Brotversteigerung sichtbar Spaß. FOTO: LENZDie amüsant-kurzweiligen Kommentare des Moderators tragen ihren Teil zur guten Stimmung bei. „Die Mannheimer bieten 15 Euro. Altriper, ihr seid gefragt! Könnt ihr dieses leckere Brot auf die andere Rheinseite lassen?" „Nein!", ruft eine ältere Dame entschieden. „16 Euro!" Die Menge lacht herzhaft. Schon ragt die nächste Hand empor. 17 Euro sind geboten. Einige Besucher schütteln die Köpfe. So viel Geld für ein einziges Brot, unglaublich. Viele steigen aus. Aber nicht alle. 18 Euro, 19 Euro. „Wie soll ich das Winken werten? Ist das ein Gebot?", möchte Eitl von einer Mittvierzigerin wissen. Die schüttelt schnell den Kopf.

„19 Euro zum Ersten." Der Moderator schaut in die Runde. „Zum Zweiten." Wieder lässt er den Blick schweifen und hebt den großen Holzhammer zum finalen Schlag. Im letzten Moment streckt sich ein weiterer Arm nach oben. „20 Euro!" Die Leute sind begeistert, mit solchen Preisen hatte niemand gerechnet. Mehr möchte aber keiner ausgeben für das Gesundheitsbrot.

Die Gaudi wiederholt sich rund 30 Mal. So viele Brote haben die Brotbackgruppe und die Mitglieder die Heimat- und Geschichtsvereins vorbereitet. „Die ganze Aktion wird wirklich super angenommen", sagt Sabrina Seifert erfreut. Sie selbst hat im Vorfeld schon eifrig mitgeholfen und einige der versteigerten Brote gebacken. Der Erlös der Veranstaltung kommt der Brotbackgruppe zugute.

Nicht zuletzt aus diesem Grund ist auch Eitl sehr zufrieden. „Trotz des Wetters hatten wir schon nach ein, zwei Stunden die ersten Engpässe", erzählt er nach der Versteigerung. Dazu passe, dass der Brotbacktag jedes Mal ausgebucht sei. „Mittlerweile haben wir jeweils drei Backgänge, zwei davon für Brote und einen für Kuchen." Pro Backtag verlassen 30 bis 35 ofenfrische Brote und zehn Kuchen das Brotbackhaus. (mamü)

Termin:
Nächster Brotbacktag am Samstag, 12. Oktober. Anmeldung bis Mittwoch unter Telefon 06236/4854311.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ vom 07.10.2013)