Kleine Brötchenbäcker und Brothausmännchen

Drittklässler der Altriper Albert-Schweitzer-Grundschule lernen beim Heimat- und Geschichtsverein das Bäckerhandwerk kennen

Ihre ersten eigenen Brötchen haben die Jungen und Mädchen der Klasse 3a gestern im Altriper Brotbackhaus zwar nicht verdient, aber mit viel Hingabe selbst gebacken. Oder zumindest den Teig dafür fachmännisch geknetet.

Mit kreideweißen Händen steht Aileen am Holztisch und lauscht den Tipps von Alois Eitl. Der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) hat den Kindern gerade erklärt, dass mit ein bisschen Mehl der Teig nicht mehr so sehr an ihren Händen klebt. Gesagt, getan, schwupps haben Aileen und ihre Mitschüler vollkommen weiße Hände. Erfreut stellen sie fest, dass der große Mann Recht hatte.

„Das sieht aus wie ein kleiner Fußball“, findet Aileen und knetet eifrig weiter. „Das macht Spaß, weil man selbst backen und selber kneten kann“, erläutert die Neunjährige nebenher. Vollkommen unerfahren ist sie aber nicht: „Zu Hause mit meiner Mama hab’ ich auch schon gebacken. Und wir backen auch in der Schule.“ Und zwar Plätzchen für die Weihnachtsfeier, berichtet Klassenlehrerin Daniela Orth. Außerdem dürfen ihre Schützlinge zum Frühlings- und Herbsttag Leckereien zubereiten und zur Abschlussfeier im Sommer Eltern und Großeltern bekochen. „Das erinnert mich an daheim, wenn ich mit meiner Mama polnische Pizza mache“, erzählt Olaf. Orth erkundigt sich nach dem Rezept, doch da kann er ihr nicht weiterhelfen. Das gebe es nicht schriftlich. Derweil sind Aileen und eine andere Schülerin bereits fertig mit Teigkneten. Der wandert nun in kleine Eisbecher, darauf ein Stück Küchenrolle. „Damit der Teig nicht am Becher kleben bleibt“, erklärt Eitl. Dann stellen die Schüler ihre Becher samt Teig in einer langen Reihe am Brotbackhaus ab.

Rüdiger Mansky schiebt die ersten Brötchen in den Ofen, die Schüler schauen ihm fasziniert zu. FOTO: LENZRüdiger Mansky schiebt die ersten Brötchen in den Ofen, die Schüler schauen ihm fasziniert zu. FOTO: LENZDort gilt es, Abstand zu halten. Denn Rüdiger Mansky holt gerade die Glut aus dem heißen Ofen, den er schon um 8 Uhr angezündet hat und jetzt von der Asche säubert. Dann schiebt er den Zuckerkuchen hinein und einige Zeit später die Brötchen. Seine jungen Zuschauer verfolgen jeden Handgriff mit großem Interesse.

Nun heißt es warten. Eine gute Gelegenheit, kreativ zu werden. Lehrerin Orth verteilt Ausmalbilder mit dem Brothausmännchen. Das dürfen die Drittklässler mit ihren Buntstiften nach Herzenslust bemalen. Wer damit fertig ist, bekommt die nächsten beiden Blätter. Auf eins soll das Rezept für Schwarzwälder Bauernbrot möglichst fehlerfrei abgeschrieben werden, das zweite ist als Schmuckbild gedacht. „Das dürft ihr schön gestalten“, sagt die Klassenlehrerin. Und schon lassen Aileen, Olaf und die anderen wieder kräftig die Stifte kreisen.

Schließlich ist es soweit: der Kuchen ist fertig und duftet schon verlockend. Flugs bilden die Kleinen eine Schlange, so dass ihnen Doris Mansky vom HGV ein Stück davon geben kann. Sie war bereits am Dienstag in der Schule, um mit der 3a den Teig für die Brötchen vorzubereiten. Zufriedene Mienen belegen: Es mundet gar köstlich. Dass die Brötchen noch eine Weile brauchen, ist da halb so schlimm. Zumal sie ohnehin nicht gleich verspeist werden sollen. „Wir werden sie mitnehmen und morgen beim Frühstück essen“, verrät Orth.

Als gegen Mittag Landrat Clemens Körner erscheint mit einem großen Karton voller Mohrenköpfe im Gepäck und Alois Eitl Luftballons verteilt, ist dieser Schul-, pardon, Schulbacktag endgültig perfekt. Gut gelaunt und freudestrahlend treten Aileen und Co. den Rückweg an.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ vom 10.04.2014 / Markus Müller)