Backwerk unterm Hammer

Beim zweiten Brotbackfest des Heimat- und Geschichtsvereins wird gebacken und versteigert

Zum zweiten Backhausfest mit Brotversteigerung hat der Altriper Heimat- und Geschichtsverein am vergangenen Samstag eingeladen. Im vereinseigenen Backhaus wurden dazu spezielle Brotsorten gebacken, die danach unter den Hammer kamen.

„Hier haben wir ein ganz gesundes Brot“, kündigt Alois Eitl, Vorsitzender des Altriper Heimat- und Geschichtsvereins, das Hildegard-von-Bingen-Brot an. Bereits zum zweiten Mal feiert der Verein in Altrip am vereinseigenen Backhaus ein Brotbackfest. 2,50 Euro sind das erste Gebot für das Hildegard-von-Bingen-Brot. Der Preis steigt – auch dank Alois Eitls Talenten als Auktionator – auf 14 Euro hoch. Und geht schließlich an Ingrid Lupatsch, die Frau vom Otterstadter Maler Günther Lupatsch, der am Wochenende seine Werke zum Thema „Altrip, Altrheine und Alternatives“ ausgestellt hat.

Das „Bauernbrot im Fußball-Look“, passend zur vergangenen Fußball-Weltmeisterschaft, bringt dem Verein sogar 20 Euro ein. Und der Klassiker, das Altriper Kastellbrot mit Speck und Zwiebeln, das für sich allein schon eine „komplette Mahlzeit“ darstellt, findet ebenfalls für 20 Euro seinen Besitzer.
„Das Brot ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel“, betont Alois Eitl. „Da spielt die Qualität eine große Rolle.“ Und die sei bei kommerziellem Brot eben nicht so hoch wie bei Broten aus eigener Herstellung, ist der Vereinsvorsitzende überzeugt. „Außerdem hat das gemeinsame Brotbacken auch einen kommunikativen Aspekt.“ Denn Rezepte und Tratsch werden dabei gern ausgetauscht. Jeden zweiten Samstag im Monat können Interessierte nach Voranmeldung ihren vorbereiteten Teig zum Brotbackhaus bringen und backen.

Zum zweiten Altriper Backhausfest gab es zur Freude der Besucher ein Live-Backen inklusive Versteigerung der lecker duftenden Ergebnisse. „Es kam immer wieder die Nachfrage: Kann man das Brot kaufen? Deshalb sind wir auf die Idee mit dem Fest und der Versteigerung gekommen“, erinnert sich Alois Eitl. Der Erlös kommt dem Altriper Heimat- und Geschichtsverein zugute. Das Backhaus selbst ist seit 2012 in Betrieb. Konstruiert wurde es nach den Vorstellungen des Vereins von Horst Gärtner, einem Ofenmeister aus Otterstadt. Teile des Backhauses bestehen aus Abrisssteinen eines alten Hauses. „Der Sockel und der Segmentbogen über der Ofentür wurden wiederverwendet“, erzählt der Vereinsvorsitzende.

Für ungefähr 15 Brote gleichzeitig wollte man Platz im Ofen haben. „Also habe ich die Fläche des Gewölbes und die Außenfläche errechnet.“ Und das als Sonderform der Birne, die als die komplizierteste der Ofenformen gilt. Damit der Ofen die Wärme hält, kamen spezielle Schamott-Steine zum Einsatz, die neben einer hervorragenden Wärmespeicherfunktion temperaturwechselbeständig sind und die Feuchtigkeit regulieren können. „Das ist alles Handarbeit.“ Das Geld für das Backhaus wurde über die Aktion „Backsteine für das Brotbackhaus“ finanziert.

Selbst Brot backen liegt absolut im Trend. Das zeigt nicht nur die Tatsache, dass viele Bürger aus Altrip und den Nachbarorten vom Angebot des Vereins rege Gebrauch machen, wie Alois Eitl erzählt. „Dass immer mehr Leute lieber selbst backen wollen“, weiß auch Horst Gärtner aus Erfahrung. Dabei gehe es nicht nur um Brot, sondern auch um Pizza oder Flammkuchen. Er kenne kein Backhaus, das nicht regelmäßig genutzt werde, betont Horst Gärtner. „ Und ich habe mittlerweile schon zwölf Backhäuser gebaut.“

Frisch aus dem Ofen: Alois Eitl und seine Mitstreiter von Heimat- und Geschichtsverein backen regelmäßig selbst Brot im vereinseigenen Backhaus. FOTO: DANSAUER

Termin:
An jedem zweiten Samstag im Monat besteht die Möglichkeit, das Backhaus des Altriper Heimat- und Museumsvereins zu nutzen. Der Teig muss selbst mitgebracht werden. Von Montag bis Mittwoch vor dem Backsamstag können sich Interessierte unter der Telefonnummer 06236 4854311 anmelden. Weitere Infos gibt es unter www.brotbackhaus-altrip.de

(Quelle: DIE RHEINPFALZ vom 08.10.2014 / Ulrike Dansauer)