Weinrepräsentant wird 80

Carl-Michael Baumann (Foto: Schneider) Mainz/Altrip- Sein Alter sieht man ihm nicht an. Und doch gehört der Altriper Carl-Michael Baumann ab 28. Oktober zu den „Hochbetagten“, denn an diesem Tag wird er 80 Jahre alt. Der Spross der „Altriper Baumänner“, die viele Jahrzehnte im Ort die Politik und mit ihrer Ziegelei und einem Hofgut auch das wirtschaftliche Leben bestimmten, studierte Jura und wollte sich als Rechtsanwalt niederlassen. Durch einen Glückfall kam er jedoch von Rhein zu den Reben. Von 1963 an wirkte er 36 Jahre lang höchst erfolgreich für die Deutsche Weinwirtschaft. Als Vorstandsmitglied des Weinstabilisierungsfonds kümmerte er sich um das Image und die Marktpräsenz der deutschen Weine. Die neue europäische Weinmarktordnung, die 1970 mit einer Rekordernte zusammen fiel, war für ihn eine Herausforderung, die er mit Bravour meisterte. 1972 wurde der Jubilar Geschäftsführer des Deutschen Weininstituts (DWI) und sechs Jahre später betrieb er die Gründung der Deutschen Weinakademie in Mainz.

Impulse für die Weinwerbung

Unter der Leitung von Carl-Michael Baumann wurden mit einem Juniorenwettbewerb für den Gastronomie-Nachwuchs, einem Weinkellner-Wettbewerb sowie einem Journalistenpreis des DWI Anreize geschaffen, sich verstärkt mit den edlen Weintropfen zu beschäftigen. Unter seiner Federführung wurde vom DWI auch ein spezieller Weinkulturpreis verliehen, dessen Namensträger allseits bekannte Persönlichkeiten sind: Helmut Kohl, Günter Strack, Bernhard Vogel, Professor Gernot Rumpf, Professor Dieter Stolte und Mario Adorf. Die jährliche Wahl der Deutschen Weinkönigin war für Baumann nicht etwa nur ein Medienspektakel. Das von den Gebietsweinköniginnen abgefragte Wissen war vielmehr eine Gelegenheit einer breiten Öffentlichkeit Kenntnisse über die Weinanbaugebiete und ihre speziellen Sorten zu vermitteln. Und ein absoluter Glückfall der Geschichte war für ihn, dass er nach der Wiedervereinigung alle deutschen Weinanbaugebiete repräsentieren durfte.

Wie sein Vater und Großvater, die beide Bürgermeister der Rheingemeine Altrip waren, interessierte sich Carl-Michael Baumann ebenfalls für Politik. Und so ist es nicht verwunderlich, dass er lange Jahre in Hochheim am Main als Fraktionsführer der CDU wirkte. Eine Passion des Jubilars ist daneben die Jagd. Bis vor Kurzem war er Jagdpächter im Altriper Staatsforst. Nun, da er nicht noch einmal einen neunjährigen Vertrag abschließen wollte, geht eine Tradition in der vierten Generation zu Ende. Schon sein Urgroßvater führte unter lebhafter Beteiligung der Dorfjugend alljährlich große Treibjagden auf der Altriper Halbinsel durch. Und nach der Chronik war die jeweilige „Strecke“ sehr ergiebig. Baumann liebt auch Hunde, zumal die zur Jagd dazugehören wie das Gewürz in der Suppe. Als sein geliebter Labrador „Felix“ starb, da drückte dies bei ihm ziemlich auf die Tränendrüsen, obwohl er im Geschäftsleben durchaus auch ein „harter Knochen“ sein konnte.

Heute erfreut sich Carl-Michael Baumann einer robusten Gesundheit, ebenso seine Frau Ingrid und die Töchter Mona und Bärbel.Beide Töchter haben ihrerseits wiederum jeweils zwei Töchter. C.M. Baumann ist also von 5 Frauen umgeben. Und noch immer pendelt er zwischen Mainz, wo er einen größeren Bekanntenkreis hat, und seinem Altriper Domizil im Naherholungsgebiet „Blaue Adria“ hin-und-her. Er selbst betrachtet sich als Glückspilz, da er in seinem Leben überwiegend mit kompetenten Persönlichkeiten in maßgeblichen Funktionen zusammen arbeiten durfte. Auch bei der Auswahl seiner Mitarbeiter hatte er zumeist eine glückliche Hand. Als Hommage an seinem Vater, den er sehr verehrte, verfasste er unter dem Titel „Ein Leben für Altrip“ eine umfangreiche Schrift für seine Freunde und „Abkömmlinge“.

Und nun, da er nicht mehr für alle deutschen Weinanbaugebiete sprechen muss, bekennt er auch freimütig, dass ihm Pfälzer Weine und Pfälzer Kost am besten munden. Und darauf Prost!

(Quelle: speyer-kurier.de am 26.10.2014 / Wolfgang Schneider)