Eine Kerwekrone fährt Kanu

„Singen unter den Kastanien“, Umzug, Schweinepfefferessen – Die Altriper Vereine machen sich für ihre Kerwe stark

Mit dem Fassbieranstich ist am Samstag offiziell die Altriper Kerwe eröffnet worden. Einen Abend davor hat zum Auftakt wieder das „Singen unter den Kastanien“ stattgefunden. Das Fest auf dem Partnerschaftsplatz geht heute weiter. Der berühmte Altriper Schweinepfeffer wird dabei erstmals in einem Festzelt auf dem Kerweplatz angeboten.

Nachdem am Freitagabend die Sänger-Einheit, der Gemischte Chor des MGV, der Kirchenchor der Protestantischen Kirche, Kammerchor sowie die „Young Voices” und „Die Rheinfinken” mit viel Musik darauf aufmerksam gemacht haben, dass etwas Besonderes im Dorf ansteht, wird am Samstag die Kerwe offiziell eröffnet. Ein Festumzug lockt die Altriper auf die Straße. Da steht der Spielmannszug Mannheim-Feudenheim schon vor der Kerwekrone. Die kommt in diesem Jahr vom Kanu Club und nicht wie in den vergangenen Jahren von der Karnevalsgesellschaft Wasserhinkle. Deshalb wird sie heuer auch auf einem roten Kanu herangefahren. Eine Fahne ist wie ein Segel gespannt.

Hinter den Kanuten reiht sich der Heimat- und Geschichtsverein in selbstgenähten Altriper Trachten. Mit weißen Hauben und schwarzen breiten Hüten, graublauen Röcken oder Hosen fallen die Frauen und Männer auf. So zieht die Formation umrahmt und gesichert von der Feuerwehr durch die Speyerer Straße und nähert sich dem Partnerschaftsplatz. Dort sind rings um die Bierzeltgarnituren die Stände der Vereine und vereinzelter Gewerbetreibender aufgestellt. Patrick Moser, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Altriper Vereine, erklärt die Besonderheit der Kerwe. „Sie wird auf die Beine gestellt von Altriper Leuten für die Altriper. Wir haben sehr wenige Gewerbetreibende, das Herz der Kerwe sind die Vereine und die Ehrenamtlichen.“ Drei Tage Programm sind für die Berufstätigen in den Vereinen auch immer eine Belastung, weiß er. Dennoch sind immer wieder Helfer da, und die Anwohner üben sich in Nachsicht. Dabei lobt Patrick Moser vor allem die Stimmung. „Wenn wir abends eng zusammen sitzen, bei etwas Musik, dann ist das eine ganz gemütliche Atmosphäre. Da springt der Funke sofort über“, berichtet er.

Am Kerwevorabend: „Singen unter den Kastanien“. | Die Kerwekrone mit Kanuten. | Altriper in ihrer Tracht. | FOTOS: LENZ

Das Hissen der Kerwekrone verläuft zügig und ohne Probleme. Wesentlich kritischer sieht Ralf Kissel, der Erste Beigeordnete der Ortsgemeinde, den Fassbieranstich. Er vertritt den Ortsbürgermeister und hat sich über die Schlagzahl der Konkurrenz aus Bayern informiert. „Ich habe mich schon mal etwas näher ans Fass gestellt, damit es sich an mich gewöhnt“, beschreibt er seinen fassfreundlichen Umgang bei der Anzapf-Premiere. Doch dann schwingt er den Holzhammer und die Besucher zählen mit. Nach fünf Schlägen sitzt der Hahn. Auf ein bestätigendes „läuft!“ folgt frenetischer Applaus. Damit ist der Startschuss für drei Tage Kerwe gefallen. Am Abend erklingt Live-Musik mit der Partyband „Midnights“.

Der Sonntag sollte mit einem Frühschoppen eingeleitet werden und gegen Abend das „Duo Harmonie“ spielen. Der heutige Kerwemontag ist für das traditionelle Schweinepfefferessen in den Gaststätten bekannt. Erstmals wird das Pfefferessen auf dem Kerweplatz in einem bestuhlten Zelt mit Bedienung angeboten. Ab 14 Uhr gibt es einen Kindernachmittag, der vom Jugendzentrum Altrip organisiert wird. |mja

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 19. September 2016)