Jedes Jahr ein bisschen anspruchsvoller und vielfältiger

Altriper Hobbykünstler präsentieren ihre Werke zum 40. Mal – Bürgermeister lobt beeindruckende Beständigkeit und soziales Engagement der Gruppe

Von Airbrush bis mit Zirbenholzspänen gefüllten Kissen reichen die kreativen Produkte, die Altriper Hobbykünstler zurzeit im Reginozentrum ausstellen. Anlässlich der 40. Ausstellung hat Ortsbürgermeister Jürgen Jacob die Veranstaltung bei der Vernissage am Samstag als Erfolgsstory gelobt. 26 Aussteller zeigen heute und morgen noch ihre künstlerischen Werke.

Filigranen Perlenschmuck und Häkeltechnik verbindet Ella Frey, die mit über 80 Jahren die älteste Teilnehmerin der Ausstellung ist und seit rund 30 Jahren zu den Hobbykünstlern gehört. „Das mache ich sehr gern, ich kann nicht ohne Handarbeit sein“, sagt sie lächelnd und strickt auch am Stand an ihrem neuesten Werk. Unter ihren Mitstreitern sind viele bekannte Gesichter, zum Beispiel die Malerin Claudia Seifert, die neben ihren Bildern einen Fotokalender präsentiert, oder Tanja Keßler-Hartmann, die unter anderem mit Amaranth gefüllte Entspannungskissen für müde Augen geschaffen hat.

An liebevoll dekorierten Tischen präsentieren die vielen Hobbykünstler unter anderem Patchwork, Holzarbeiten, Gemälde, Grußkarten, Taschen aus Jeanshosen, Lampen aus Serviettentechnik, Weihnachtsdeko und Krippen. Die Besucher strömten bereits zur Vernissage am Samstag ins Reginozentrum und zeigten reges Interesse an der Ausstellung. Brigitte Walther etwa kam mit ihrem Lebensgefährten bereits im zweiten Jahr extra aus Altlußheim nach Altrip. „Die Ausstellung gefällt uns gut. Es gibt hier außergewöhnliche Sachen, die es anderswo nicht gibt“, sagte sie, während sie die glitzernde Adventsfloristik von Petra Werle bewunderte.

Dieses Jahr zum ersten Mal mit einem Stand vertreten: Petra Werle (weiße Bluse) präsentiert ihre Adventsgestecke. | FOTO: MMÖDie Altriperin Werle gibt mit ihren detailreichen, aus vielen Accessoires zusammengestellten Adventsgestecken ihr Debüt als Hobbykünstlerin. Zum ersten Mal dabei ist auch Peter Hagmann, der mit der Airbrush-Technik fotorealistische Bilder erschafft. Nur wenige Meter weiter steht noch ein Neuling in den Reihen der Aussteller: Volker Bastian hat sich Drechselarbeiten aus heimischen Hölzern verschrieben. „Schaut super aus, wirklich toll“, lobt Besucher Alois Eitl eine Schale aus dem Holz eines Apfelbaums. Auch die Ausstellung insgesamt begeistert ihn: „Sie entwickelt sich von Jahr zu Jahr und wird anspruchsvoller und vielfältiger.“

Die Entwicklung der Hobbykünstler war auch das Thema der Laudatio von Ortsbürgermeister Jürgen Jacob bei der Vernissage. Aus den fünf Malern der ersten Ausstellung 1975 ist inzwischen eine Interessengemeinschaft mit 55 Hobbykünstlern der verschiedensten Bereiche geworden. Die Einweihung der Albert-Schweitzer-Schule sei gewissermaßen die Geburtsstunde der Hobbykünstler gewesen, die eine „beeindruckende Beständigkeit“ gezeigt hätten, wie sich an der diesjährigen 40. Ausstellung zeige, sagte Jacob in seiner Laudatio. Beständigkeit beweise die Gruppe auch in ihrem sozialen Engagement: Die Hobbykünstler spenden jedes Jahr für bedürftige Bürger der Ortsgemeinde. „So ist im Lauf der Zeit eine fünfstellige Summe zusammengekommen“, sagte Jacob und bedankte sich für die großzügige Geste.

Ernst Schneider, Sprecher der Gruppe, stellte den Besuchern der Vernissage Überraschungsgäste vor. „Kunst kommt von können, nicht von wollen, sonst würde es ja Wulst heißen“, kalauerte der Präsident der Ludwigshafener Karnevalsgesellschaft Eule, Michael Stein. Zusammen mit Tochter Lisa lieferte er amüsante Ansichten zum Thema Kunst. | mmö

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Hobbykünstlerausstellung im Altriper Reginozentrum bis einschließlich morgen, Dienstag. Öffnungszeiten: heute 17 bis 20 Uhr sowie morgen 10 bis 18 Uhr.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 31. Oktober 2016)