Skurriles stimuliert die Fantasie

Autorin Nela W. Feuerstein stellt ihr erstes Buch im Schifferstadter Schreiwer-Hais'l vor

Für einen Krimi-Wettbewerb hat Nela W. Feuerstein aus Altrip vergangenes Jahr zum ersten Mal zur Feder gegriffen. Herausgekommen sind am Ende drei spannende Geschichten, die sich in der Rheingemeinde Altrip abspielen. Am kommenden Samstag, 16. Juli, 20 Uhr, stellt sie die Trilogie „Auf Killertrip in Altrip” bei einer Lesung im Schifferstadter Schreiwer Hais'l vor.

„Auf Killertrip in Altrip”: Nela W. Feuerstein hat eine Krimi-Trilogie geschrieben, die in ihrer Heimat spielt. Am Samstag stellt sie das Buch im Schreiwer-Hais'l vor. FOTO: LENZWie sie zum Schreiben gekommen ist? Die 47-jährige Nela W. Feuerstein aus Altrip überlegt kurz. „Das war vergangenes Jahr. Die Eichbaum-Brauerei in Mannheim veranstaltete einen Krimi-Wettbewerb, und ich machte einfach mit”, erzählt sie. Das Wetter habe damals ebenfalls mitgespielt, da es viel regnete und sie so kein Problem hatte, zu Hause zu bleiben und zu schreiben. „Vor 15 Jahren hatte ich zwar schon mal einen Thriller im Krankenhausmilieu geschrieben, aber der zählt nicht, weil ich ihn noch nicht veröffentlicht habe”, ergänzt Feuerstein.

Bei der Geschichte, die sie für den Wettbewerb einreichte, handelt es sich um „Maibock”, den zweiten Krimi der Trilogie. Mit dem ersten Krimi „Morchelmord”, mit dem der Killertrip beginnt, hatte sie zuvor bei dem Wettbewerb eines Verlages mitgemacht. „Aber von denen habe ich nichts mehr gehört”, berichtet sie. Die dritte Geschichte, „Mückentod”, habe sie schließlich aus reinem Spaß verfasst.

Ihre drei Krimis spielen alle in Altrip, wo Feuerstein seit zwölf Jahren wohnt, und haben die gleichen Hauptfiguren: fünf Altriper Rentner mit den typischen Eigenheiten der Menschen, die hier leben und im Buch auch im pfälzischen Dialekt reden. Obwohl darin vielleicht jemand sich selbst oder einen Bekannten wiedererkennen mag, betont die Autorin: „Alle meine Charaktere sind frei erfunden.” Die Ideen für ihre Geschichten bekommt die gelernte Krankenschwester durch Alltagserlebnisse. „Besonders skurrile Situationen und skurrile Typen regen meine Fantasie an. Solche Beobachtungen verarbeite ich dann”, verrät sie.

Da sie vormittags in der Sozialstation arbeitet, findet Feuerstein vor allem abends Zeit und Muse zum Schreiben. Dafür hat sie sich auf Anraten ihres Mannes sogar eigens einen Computer angeschafft, „obwohl ich eigentlich eher ein Technikmuffel bin”. In ihren kreativen Phasen zieht sie sich dann in das gemütlich eingerichtete Zimmer unter dem Dach des 200 Jahre alten Fachwerkhauses zurück. Dort dringt durch das offene Fenster nur das Brummen der unzähligen Bienen herein, die sich jeden Sommer an dem wilden Wein laben, der an der Hauswand gegenüber emporwächst.

Wenn sie nicht gerade arbeitet oder schreibt, gilt Feuersteins Aufmerksamkeit den beiden Hunden, zwei Katzen, Ziegen und all den anderen Tieren. Sogar zwei Rehe stehen in ihrem Garten. „Wir haben sie aufgepäppelt, und sie können nicht mehr ausgewildert werden”, schildert sie, wie es dazu kam. Da sie im ganzen Ort für ihre Tierliebe bekannt ist, bringen ihr die Leute immer mal wieder Findlinge vorbei. Daneben spielt sie Gitarre und liest gerne Krimis - bevorzugt amerikanische. Zu ihren deutschen Lieblingsautoren zählt vor allem Ingrid Noll, die sie verehre. Im Mittelpunkt - wie bei ihrer Lesung - steht Feuerstein selbst nicht gerne, doch das gehöre eben dazu: „Eigentlich bin lieber die stille Beobachterin.”

(Quelle: DIE RHEINPFALZ vom 13.07.2011 - Marktplatz regional - Markus Müller)