Von Schneeflöckchen und Poltergeistern

Ein Besuch bei den Proben der Altriper Rheinfinken – Der Kinder- und Jugendchor lädt für 4. Dezember zum Konzert ein

Montags kann es im Regino-Zentrum schon mal etwas lauter, aber auch sehr harmonisch zugehen. Ab 15.30 Uhr proben dann nämlich die vier Chöre der Altriper Rheinfinken. Angefangen mit den Minis bis hin zum Jugendchor gibt Chorleiterin Christiane Schmidt ihre Liebe zur Musik weiter und vermittelt den Kindern gekonnt nicht nur die Grundkenntnisse des Singens.

Mit dem Hauptchor studiert Christiane Schmidt das Musical ein. FOTO: MÖBUS

15.30 Uhr: die Minis
Die Kleinen sind montagsnachmittags die Ersten, die das Altriper Regino-Zentrum in Beschlag nehmen. Hand in Hand laufen die Zwei- bis Fünfjährigen im Kreis und singen „Schneeflöckchen, Weißröckchen“. Bewegungslieder stehen im Mittelpunkt der halbstündigen Probe, bei der auch die Eltern anwesend sein dürfen. Das „Lied der Instrumente“ ist so ein Bewegungslied. Chorleiterin Christiane Schmidt macht Geige, Trompete und Trommel pantomimisch vor und die Kinder dürfen die Bewegung nachmachen.„Vor einem Jahr haben wir die Minis eingeführt, hier können Kinder von zwei bis fünf Jahren singen“, berichtet Vorsitzende Helga Schmidt. Die Idee entstand aus der Erfahrung, dass die Eltern zu den Chorproben die jüngeren Geschwisterkinder mitbrachten, die offensichtlich auch mitmachen wollten. „Das Singen steht im Vordergrund“, betont Helga Schmidt.

16 Uhr: der Vorchor
Munter und lebhaft geht es zu, wenn der Vorchor probt. Die Vorschulkinder und Erstklässlern im Alter von fünf und sechs Jahren besingen den „Fridolin“, ein Insekt, das sich reckt und streckt. Ein paar Tücken hat das Lied vom „Fridolin“ aber schon: Nach jeder Liedzeile kommt noch eine weitere dazu – und dann muss jede Zeile wiederholt werden. „Singen fördert die Konzentration und das Gedächtnis“, sagt Christiane Schmidt.Dabei bietet der Verein nicht nur Singen im Chor an, sondern auch Stimmbildung und solistische Förderung: „Die Kinder werden einzeln gefördert.“ Dass es den Mädchen und Jungen bei den Rheinfinken und bei ihrer Chorleiterin gefällt, zeigt die Dauer der Vereinszugehörigkeit: „Es bleiben viele länger dabei als früher“, erzählt Helga Schmidt.

16.30 Uhr: der Hauptchor
Es wird gruselig im Regino-Zentrum. Poltergeister gehen um. Poltergeister? Ja, richtig. Schon seit vielen Wochen beherrschen sie die Proben des Hauptchors. Angst haben muss niemand, schließlich sind sie nur erfunden und Hauptfiguren des Musicals, das die jungen Sänger am 4. Dezember aufführen. Bevor es an diesem Nachmittag auf die Bühne geht, kommt die Singprobe. Erst solo, dann mit dem Chor. Ohne Textheft versteht sich. Gut, dass die Kinder so schnell auswendig lernen. Auf der Bühne gibt Christiane Schmidt Regieanweisungen: „Ihr lauft im Klassenzimmer herum und deutet auf alles, was die Poltergeister angestellt haben.“ Das klappt diesmal nicht beim ersten Mal, aber beim zweiten Mal sind die Kinder sicherer und es gibt Lob von der Chorleiterin. Den Rheinfinken bereiten die Lieder mit den lustigen Texten von den Poltergeistern sichtlich Spaß. Sie proben Szene für Szene bis zum Schluss, der jetzt natürlich noch nicht verraten werden darf.

17.30 Uhr: der Jugendchor
Es herrscht Mädchen-Überschuss, wie so oft in Chören. Dabei dürfen im Jugendchor, in dem Kinder ab der sechsten Klasse singen, natürlich auch Jungs mitmachen. Zwölf Mitglieder hat der Chor zurzeit, einige davon singen parallel noch im Hauptchor. Mit „Maris Stella“ haben die Sänger sich für die Probe ein anspruchsvolles Stück vorgenommen, doch den Jugendlichen gefällt das Stück. „Sie lassen sich gern fordern“, weiß Helga Schmidt. Einige von ihnen sind schon seit mehr als zehn Jahren bei den Rheinfinken. „Das ist selten, dass sie so lange aushalten“, freut sich die Vorsitzende.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz Regional Rhein-Pfalz-Kreis Süd - 30. November 2016 | Von Mechthild Möbus)