Kränkelndes Naturdenkmal

Kränkelndes NaturdenkmalFachmännisch gestutzt wurde dieser Tage eine mächtige, fast ramponierte Eiche, die seit Jahrhunderten oberhalb des Altriper Naturschutzgebietes „Horreninsel“ steht. Sie wurde 1953 in die Liste der Naturdenkmäler aufgenommen.

Die Stürme der letzten Jahre hatten der ohnehin schon kränkelnden Eiche stark zugesetzt. Der Orkan „Lothar“ gab ihr fast den Rest. Die Eiche bei Rheinkilometer 412, die als einziges Altriper Naturdenkmal im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz ist, heißt im Volksmund „Ritzer-baum“ und nur noch die hochbetagten Dorfbewohner erzählen sich, dass dort ein „gewisser Ritzer“ seine Frau ertränkt und sich am Baum erhängt habe.

Nicht immer wucherte um den Baumriesen eine so üppige Vegetation wie heute. Vor 1914 befand sich nahe der Eiche der Endpunkt der Backsteinbahn der Freiherrlich von Dungern‘sche Dampfziegelei sowie eine Schiffverladestelle. Und im 18. Jahrhundert orientierten sich die Seckenheimer Bauern an der Eiche, wenn sie mit ihrer „Nachenfahr“ (Fähre) ihre linksrheinischen Länderreien besuchten. (wlf/Foto: wlf)

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 18. Mai 2000)