Eine Zeitreise in die Vergangenheit

Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins im Bürgerhaus ''alta ripa''

Wer eine Zeitreise in seine Kinder- und Jugendzeit unternehmen wollte, hatte dazu am Wochenende in Altrip reichlich Gelegenheit. Der Heimat- und Geschichtsverein der Rheingemeinde zeigte im Obergeschoss des Bürgerhauses ''alta ripa'' nicht nur Fotos der Jahre 1900 bis 2000, sondern auch Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs.

Bürgermeister Willi Kotter war sichtlich erfreut, dass in relativ kurzer Zeit noch so viele Erinnerungstücke zusammen getragen werden konnten. In Anspielung auf das geplante Museum stellte er die Frage: ''Ja, wie groß wird das Museum wohl sein müssen?'' Vereinsvorsitzender Karl-Gerhard Schreiner hob insbesondere die Organisation in Händen von Elke Knöppler hervor.

Brennstoffkarten aus dem ersten Weltkrieg, Feldpostbriefe, alte Schulbücher und Urkunden, die längst vergessenen Vereinen, wie etwa dem Fußballclub ''Teutonia'' gewidmet waren, konnten bestaunt werden. Auf großes Interesse stießen die vielen Fotos der Kirchengemeinden, der Schulen und des Gewerbes, wobei immer wieder zu hören war: ''Das bin ja ich!'' oder ''Das ist meine Großmutter''. Erinnerungen an längst eingegangene Gastwirtschaften, wie den ''Storchen'', das ''Altriper Eck'' oder das ''Park-Café'' wurden geweckt.

Einer der letzten aus der Korbmacherzunft: Edmund Gehrlein demonstrierte in Altrip sein Können. | FOTO: LENZEin großer Raum war mit Haushaltsutensilien, beginnend aus der Vorkriegszeit, angereichtert. Ein ''Mückenschrank'', der die Lebensmittel vor den berüchtigten Stubenfliegen und den Rheinschnaken schützen sollte, war ebenso zu sehen wie alte Putzmittel und Plätteisen. Edmund Gehrlein aus Westheim, einer der letzten aus der Zunft der Korbmacher, wusste bei der demonstrierten Arbeitsweise zu berichten, dass es früher in allen Fischerdörfern der Pfalz Korbmacher gab, die ihr ''Rohmaterial'' reichlich in den Auwäldern der Umgebung fanden.

Der Altriper Imker Oliver Schneider präsentierte in einem eigens eingerichteten Raum die Honiggewinnung im Wandel der Zeiten. ''Selbstverständlich'' waren auch Modelle der Gierfähren vor und nach 1909 zu sehen sowie Fotos der früheren Dampfziegeleien von Dungern und der Gebrüder Baumann und der letzten Berufsfischer.

Beim Plausch im Cafe des Bürgerhauses wurde allgemein bedauert, dass die Ausstellung nur am Wochenende zu sehen war. Die Vereinsoberen wollen nun, auch angesichts der investierten Zeit und Mühe, eventuell im Januar wenigstens die Ausstellung in Teilen nochmals zeigen. (wlf)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 12. Dezember 2000)