Markt, Musik, Frühschoppen und Gottesdienst

Das kommende Wochenende steht in Altrip ganz im Zeichen der Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Petit Réderching bei Bitche sowie der thüringischen Kleinstadt Wiehe, im Tal der Unstrut gelegen. Vor zehn Jahren wurden mit beiden Kommunen Partnerschaften begründet.

Vorausgegangen war bei Petit Réderching (1950 Einwohner) eine zehnjährige „Verlobungszeit”, die am 30. April 1981 mit einer überaus freundlichen Aufnahme einer Fahrradgruppe, bestehend aus Gemeinderatsmitgliedern und Vereinsvertretern aus Altrip, begann. Die Gruppe war damals unterwegs zur Partnergemeinde Altrippe, ebenfalls im Département Moselle gelegen. Nach einer ersten Übernachtung an der Grenze in Nothweiler stand damals eine Quartiersuche in Rohrbach-lès-Bitche auf dem Plan.

In der dortigen „Mairie” war bei einem Anruf des Angestellten Jürgen Jugenheimer zufällig der Bürgermeister der Nachbargemeinde Petit Réderching, Félix Spieldenner, anwesend. Sofort bot er Übernachtungsmöglichkeiten an. In Schulsälen und Privatunterkünften sowie mit einer fast nicht mehr zu überbietenden Gastfreundschaft wurde die Altriper Radfahrertruppe aufgenommen. Nach weiteren vielfältigen Kontakten entstand vor zehn Jahren eine Jumelage.

Nach der Grenzöffnung durch die ehemalige DDR und dem Zusammenwachsen der alten und neuen Bundesländer leistete die Gemeinde Altrip der thüringischen Kleinstadt Wiehe durch die Entsendung mehrerer Angestellter und Beamter Schützenhilfe beim Aufbau einer modernen Verwaltungsstruktur. Auch die alte Telefonanlage der Altriper Gemeindeverwaltung fand in Wiehe noch eine gute Verwendung, ebenso eine Schreibmaschine und „Verbrauchsmaterial”.

1991 tauschte Altrip mit dem 4000 Seelen zählenden Städtchen die Partnerschaftsurkunden aus. In den vergangenen zehn Jahren gab es zwischen den verschwisterten Gemeinden einen lebhaften Besucheraustausch. Neben den „Offiziellen”, also den Verwaltungsspitzen mit ihren Räten und Ausschussmitgliedern, pflegten mehrere Vereine den Kontakt. Auch Seniorenfahrten und Jugendzeltlager trugen zur Festigung der freundschaftlichen Bande bei.

Die Zehnjahresfeier wird am Samstag, 11. August, 14 Uhr, mit einem Partnerschaftsmarkt eröffnet, an dem sich neben Altriper Vereinen auch die beiden Partnergemeinden mit jeweils zwei Ständen beteiligen. Der Festplatz vor der alten Maxschule wird dabei offiziell auf „Partnerschaftsplatz” getauft. Zuvor werden sich die auswärtigen Gäste jedoch erst einmal bei einem gemeinsamen Mittagessen stärken können, das die Freiwillige Feuerwehr kredenzt. Bei der Eröffnung der Feierlichkeiten wird es auch einen Taubenauflass des Reisetaubenzuchtvereins „Ohne Furcht” geben. Zur musikalischen Unterhaltung trägt der Musikzug Kurpfalz sowie der gemischte Chor des MGV Altrip bei.

Nach einer Ortsbesichtigung der Gäste, einer Kranzniederlegung auf dem Friedhof sowie einem Empfang der Delegationen im Bürgerhaus steigt um 19 Uhr in einem großen Festzelt mit Ansprachen der drei Bürgermeister ein Partnerschaftsabend mit einem anspruchsvollen Programm. Neben den „Pälzer Krischern”, dem „Pfeifer von Altrip” und den Gesangsdarbietungen des Jungen Chors des Männergesangvereins tritt auch eine Tanzgruppe aus Petit Réderching auf. Mit weiteren Auftritten aus den Partnergemeinden ist zu rechnen.

Am Sonntag, 12. August, wird nach einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kirche um 11 Uhr mit einem Frühschoppenkonzert der „Sänger-Einheit” und Horst Maffenbeier an der Orgel der Partnerschaftsmarkt bis mindestens 17 Uhr fortgesetzt. Gegen 14 Uhr zeigt die Tanzgruppe „Crazy Ghost Family” ihre Vorführungen. Und selbstverständlich gibt es für die kleinen Festbesucher eine Kinderreitschule. (wlf)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 8. August 2001)