Kotter enthüllt Gedenkstein und tanzt Sirtaki

Ein Höhepunkt am Wochenende: der Taubenflug zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaften. | FOTO: LENZ

Am Wochenende wehte vor dem Altriper Rathaus die französische Trikolore neben der Flagge Thüringens sowie Bundes- und Europa-Fahnen. Gefeiert wurde das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft mit dem ostdeutschen Wiehe und der Jumelage mit Petit Rèderching.

Eberhard Eisermann von den Altriper Brieftaubenzüchtern ließ drei weiße Tauben aufsteigen, ehe Bürgermeister Willi Kotter nach der Begrüßung an der Frontseite der alten Maxschule das Schild „Partnerschaftsplatz” enthüllte. Für die musikalische Gestaltung der Feier sorgte unter dem Dach einer mächtigen Kastanie der Musikzug „Kurpfalz”, während der gemischte Chor des Männergesangvereins mit den Liedern „Europa – weites Land” und „In der Pfalz blühn unser Reben” den gesanglichen Teil beisteuerte.

Bürgermeister Kotter bei der Enthüllung des Gedenksteins. | FOTO: LENZ
Zur Überraschung der Gäste enthüllte Kotter einen großen Steinkoloss mit den Wappen der drei verschwisterten Kommunen. Gestaltet wurde das Monument von dem Atriper Maler und Bildhauer Emanuel Hook. „Finanziert ist das Ganze zwar noch nicht, aber im Ausschuss genehmigt. Der heute nahezu vollzählig erschienen Gemeinderat wird daher wohl kaum etwas dagegen haben”, meinte Kotter etwas verschmitzt. Beim anschließenden Taubenaufflug schmunzelten dagegen die Zuschauer, den ein Vogel wollte partout nicht starten.

Beim Rundgang durch den Partnerschaftsmarkt zeigte sich, dass die Altriper Vereine – Männergesangsverein, VfB, TuS, „Wasserhinkle”, Siedlergemeinschaft, Tischtennisclub – für allerlei „Leib- und Magenfüller” gesorgt waren. Die Sportangler boten Merlan und Zander zu Preisen wie vor zehn Jahren an. Und der Heimat- und Geschichtsverein wartete mit einer Reihe von Schriften und Souvenirs auf.

Doch auch hinter den Kulissen gab es Zahlreiche Aktivitäten. So versorgte die Freiwillige Feuerwehr die Besucher mit einem schmackhaften Mittagsmahl, die Naturfreunde, die schon vor geraumer Zeit ihr „Zehnjähriges” mit den Heimatfreunden Wiehe feierten, nahmen sich den Kollegen aus Wiehe und Petit Rèderching an.

Wiehe war mit gut 60 Personen vertreten. Immerhin 400 Kilometer legte diese Gruppe, angeführt von Bürgermeister Willi Millomitzer, zurück. Mit dabei war auch die frühere Bürgermeisterin des Stadtteils Langeroda, Dagmar Dittmer, die stolz ihre rote Schirmmütze mit dem Slogan „I like Wiehe” trug. Die 40-Jährige ist heute die einzige Beamtin ihrer Stadt. „Natürlich neben dem Bürgermeister. „Doch der ist nur auf Zeit und ich auf Lebenszeit”, scherzte sie.

Helga Karl aus Wiehe, immerhin schon sieben Mal in Altrip und bei einer 87-jährigen Altriperin privat einquartiert, berichtete von den Anfängen der Partnerschaft: „1990 brachten wir die Altriper Naturfreunde im Lehrlingsheim des Landeswirtschaftlichen Kombinats unter, später in einer alten Klosterschule.” Auch Sigrid Jäger, die schon sechs Mal hier war, erinnert sich gerne, insbesondere an die Ausflüge in die Umgebung.

Die Vertreter aus Petit Rèderching reichten in ihren Ständen Flammkuchen, die Gäste aus Wiehe „Thüringer Rostwurst” an. Nach einem Ortsrundgang sowie der Niederlegung eines Kranzes „Wider das Vergessen” vor dem Ehrenmal für die Opfer der beiden Weltkriege schloss sich ein Empfang der Delegationen im Bürgerhaus „Alta Ripa” an.

Gaudi im Festzelt

Im Festzelt ließen die Bürgermeister die Partnerschaften Revue passieren. Willi Kotter erinnerte an die Vorgeschichte, die am 10. August 1991 zum Austausch der Partnerschaftsurkunden führte, und daran, wie sich die Verbindungen mit Leben füllten. Roland Kofler aus Petit Rèderching und Willi Millomitzer erhielten für ihre Sichtweisen und die sinnigen Gastgeschenke viel Beifall. Die „Pfälzer Krischer” sowie der Junge Chor des MGV sorgten für eine tolle Stimmung. Höhepunkte waren zweifellos der Auftritt des Unterhaltungskünstlers Paul Pfeffer als „Pfeifer von Altrip” sowie die Darbietung der Folklore-Tanzgruppe „Edelweiß” aus Petit Rèderching. Bei einem Sirtaki animierten sie die Männer zum Mitmachen. Zur Gaudi des Publikums beteiligten sich dabei auch die Bürgermeister.

Die französische Reisegruppe fuhr zum Übernachten überwiegend zurück und reiste erneut an. Nach dem Gottesdienst am Sonntag wartete die „Sänger-Einheit” mit einem gelungen Frühschoppenkonzert auf. Während auf dem Partnerschaftsplatz die Standbetreiber bei moderaten Preisen durchweg zufriedene Abnehmer fanden, zündete die Altriper Tanzgruppe „Crazy Ghost Family” im Festzelt am Nachmittag ein weiteres Glanzlicht.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 13. August 2001 | Wolfgang Schneider)