Informations-Schilder für historische Straßen

Im Erdgeschoss des Altriper Rathauses sind seit geraumer Zeit die Konterfeis der Bürgermeister der letzten 100 Jahre zu sehen. Gern hätte der Heimat- und Geschichtsverein die Bürgermeister als Gemälde gesehen, doch der Gemeinderat hielt Fotos aus Kostengründen für ausreichend. Um die Gemeinde-Kasse nicht weiter zu belasten, will der Verein nun Straßennamen mit historisch interessanten Namen mit einem erklärenden Zusatzschild versehen.

Aber auch an Gebäuden und Plätzen soll durch Hinweistafeln auf Persönlichkeiten oder geschichtliche Ereignisse hingewiesen werden, so etwa in der früheren Kastellzone.

Dieser Tage hat der Verein auch sein Winterarbeitsprogramm vorgestellt. Zunächst steht am 13. Oktober ein Ausflug zur Saalburg bei Bad Homburg an, wo der Versuch gemacht wurde, ein römisches Limeskastell wieder aufzubauen. Das einprägsame „Kastell Saalburg”, das Kaiser Wilhelm II. zum Andenken an seine Eltern errichten ließ, trägt dabei zuweilen mehr wilhelminischen als römischen Charakter. Es ist auch kein mit dem Kastell „alta ripa” vergleichbarer Bau. Aber allemal ein Besuch wert, denn durch die Fülle der Einzelfunde und deren technische und wissenschaftliche Behandlung werden eingehende Kenntnisse des römischen Lebens vermittelt. Und gerade das interessiert natürlich die Heimatverbundenen in der alten Römersiedlung „Altaripa”.

Quasi als Ergänzung der in Bad Homburg zu gewinnenden Erkenntnisse beschäftigt sich Professor Otto Roller am 7. November in einem Vortrag im Bürgerhaus „alta ripa” mit der Römerherrschaft in unserer Region. Am 17. November lebt auch heuer wieder die frühmittelalterliche Übergabe der Weinfron der Dienheimer auf. Um 16 Uhr werden die Weinfröner, angeführt von Heimatforscher Joseph Duttenhöfer, allen Zaungästen der Zeremonie eine Kostprobe ihrer Weine bieten – kostenlos und so lange der Vorrat reicht –, ehe es anschließend um 18 Uhr im „alta ripa” zu einer stilvollen Weinverkostung kommt.

In den Annalen der Geschichte ist nachzulesen, dass auch jeder Dienheimer drei Wagen Heu in Altrip schneiden und in die Scheune zu fahren hatte. Eigenartig war die Auflage, dass sie zusätzlich noch einen Wagen mit 1200 Holzschindeln jährlich nach Altrip bringen mussten, denn Dienheim war vor 1100 Jahren, wie auch heute noch, nahezu ausschließlich auf den Weinbau ausgerichtet.

Neben den Geschichtsthemen widmet sich der Verein auch der Heimatkunde im weitesten Sinne, und bietet deshalb am 21. November, ebenfalls im „alta ripa”, den Ornithologen Franz Stalla auf, um sich über die heimische Vogelwelt, insbesondere über die des Naturschutzgebietes „Neuhofener Altrhein”, informieren zu lassen. Nach den erfolgreichen Ausstellungen der letzten beiden Jahre ist nun für das vierte Januarwochenende 2002 im „alta ripa” eine Ausstellung über „Altes Handwerk” angesagt. (wlf)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 19. September 2001)