Widerstand gegen Polder-Standort formiert sich

Auftaktveranstaltung der Aktion „Polder, Nein Danke!“

Zwischen 250 und 300 Bürger kamen laut Veranstalter zum Auftakt der Aktion „Polder, Nein Danke!” am Donnerstag ins Altriper Reginozentrum. Auf Unterschriftenlisten bekundeten insgesamt über 200 Personen ihren Protest gegen den geplanten Polderstandort Waldsee/Altrip/Neuhofen und ihre Bereitschaft, dagegen aktiv zu werden.

Bürgermeister Willi Kotter sowie seine beiden Beigeordneten Karl-Martin Gensinger und Gerhard Schreiner blieben der Veranstaltung fern. Zu Beginn unterstrichen die Vertreter der Rats-Fraktionen als Gastgeber ihre gemeinsame Ablehnung – ein seltener, fraktionsübergreifender Konsens, wie alle betonten. Ziel des Abends sei der Austausch unter den Bürgern und mit den Gemeinderäten „auf gleicher Ebene”, nicht Referate „von oben herab”, so die Fraktionsvertreter zum Ablauf.

In einem kurzen offiziellen Teil stellten Jürgen Geitlinger (Altriper Wählergruppe), Uwe Schreiner (FWG) und Dieter Neugebauer (Kommunalpolitisches Forum) Fakten rund um den geplanten Polder vor. Umweltministerin Margit Conrad habe zugesagt, auf ihrer Reise durch den Landkreis nach Altrip zu kommen, informierte Heiko Kotter (SPD), während Stefanie Hook (CDU) vor übertriebenen Erwartungen warnte. Michael Petrakopulos (Kommunalpolitisches Forum) nannte als Sinn der Aktion, eine Plattform zu schaffen, auf der sich eine Bügerinitiative unabhängig von politischen Gruppierungen gründen könnte.

Vor und während der Veranstaltung stillten viele Bürger ihren Wissensdurst an den Informationstafeln mit Landkarten, Zeitungsausschnitten und Berichten über das Projekt der Landesregierung. An den Stehtischen, die die Gastgeber anstelle der gewohnten Stuhlreihen gewählt hatten, bildeten sich Diskussionsgruppen. Die Bürger hätten viele Fragen, die sie in diesem zwanglosen Rahmen eher stellen könnten, so die Beobachtung der Gastgeber, die auch die sachliche Atmosphäre lobten.

Besonders der Tisch mit den Unterschriftenlisten war umlagert von zahlreichen Bürgern. Die „Ideenecke”, bei der jeder eigene Anregungen und Vorschläge aufschreiben und an einer Stellwand veröffentlichen konnte, füllte sich dagegen nur zögerlich. Positiv kam die ungewohnte Einmütigkeit der Ratsfraktionen an. Auf geteiltes Echo stieß dagegen der unkonventionelle Ablauf der Veranstaltung mit der Möglichkeit zum Gespräch.

Insgesamt zogen die Gastgeber der Polder-Aktion gegenüber der RHEINPFALZ eine positive Bilanz des Abends. Michael Petrakopulos (Kommunalpolitisches Forum) kündigte außerdem weitere Aktionen an, darunter auch eine auf dem geplanten Polder-Gelände zwischen den Gemeinden Altrip, Waldsee und Neuhofen. Eine größere Resonanz, vor allem auch aus der jüngeren Bevölkerungsschicht, hätte sich allerdings Heiko Kotter (SPD) gewünscht. (mmö)

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 2. Februar 2002)