Mammut kehrt zurück

„Die Rückkehr des Mammuts” ist eine besondere Geschichte. Gemeint ist die Rückgabe einer großen Anzahl von Funden aus der Vorzeit von Böhl-Iggelheim nach Altrip. Dabei geht's vor allem um die fossilen Knochen eines Mammuts

Die Geschichte ist folgende: Als das Iggelheimer Heimatmuseum 1957 eingeweiht wurde, sammelte Volksschulrektor Karl Henn, der zugleich Kreisbeauftragter für die gemeindlichen Archive war, eine Anzahl von historischen Fundgegenständen aus der Umgebung für eine Ausstellung ein. Nach der Schau blieben etliche Exponate in Iggelheim und wurden – wieso auch immer – von den ursprünglichen Leihgebern nicht vermisst. Unter den Verwahrfunden befinden sich zahlreiche Reste von Mammut-Stoßzähnen, Wirbel- und Beinknochen von bis zu 1,20 Meter Länge, die in den 50er Jahren von Altriper Volksschülern gefunden und abgeliefert wurden.

Als nun in Iggelheim das Museum im alten Rathaus renoviert wurde, stieß man auf die Tierknochen. Reinhold Schneider, Vorstandsmitglied im Heimatpflege- und Museumsverein Böhl-Iggelheim, erreichte, dass die Knochen, insbesondere die vom Mammut, wieder nach Altrip zurückkehren. Die erste „Sendung” – ein Mammut-Unterkiefer sowie ein fossiler menschlicher Schädel ohne Gesichtsteil – hat der bis 1954 in Altrip lebende Schneider bereits im dortigen Rathaus abgeliefert. Zwei weitere Kartons werden bald folgen.

Schneider, der 37 Jahre als Verwaltungsangestellter im Böhl-Iggelheimer Rathaus beschäftigt war und in Mußbach wohnt, ist nicht nur Verfasser des Iggelheimer Heimatbuchs, sondern auch der Serie „Altrip und seine Geschichte”. Der heute 74-Jährige hat dafür bislang 75 Hefte mit weit über 1000 Seiten über die Altriper Geschichte zusammen getragen. In dieser Sammlung befinden sich neben vielem anderen auch nahezu ale Kurzgeschichten des Altriper Schriftstellers und Ehrenbürgers Wilhelm Michael Schneider (1891 bis 1975).

Während Böhl-Iggelheim in der glücklichen Lage ist, über zwei Museen und eine Museumsscheune zu verfügen, gibt es in Altrip bisher noch keine Präsentationsmöglichkeit für Relikte der Vergangenheit. Die fossilen Tierknochen, die jetzt in die älteste Kreisgemeinde zurückkehren, sollen aber dennoch nicht wieder in der Versenkung verschwinden. Der Geschäftsführende Beamte, Horst Hook, hat zugesagt, dass die Exponate spätestens bei der nächsten Ausstellung des „Heimat- und Geschichtsvereins” im Bürgerhaus „Alta ripa” zu sehen sein werden.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 29. Juli 2002 | Von Wolfgang Schneider)