Linienverkehr nach Rheingönheim mit zwei Autobussen der Marke Faun

Am 4. April 1927 wurde nach jahrelangen erfolglosen Bemühungen des Altriper Gemeinderats sowie des unabhängigen Verkehrsausschusses um Anschluss der Rheingemeinde an das „Kraftpost“ (Omnibus)-Netz der Pfalz gerungen. Schließlich entschloss sich der Altriper Jakob Engelberger mit zwei Autobussen der Marke Faun den Linienverkehr nach Rheingönheim aufzunehmen. Da jedoch die Altriper in den Sommermonaten wieder aufs Rad umstiegen, wurde die Linie nach zwei Jahren ein- gestellt, zumal die Gemeinde keine Zuschüsse gewährte.

(Wolfgang Schneider |  2002)

FAUN NO 35 – 1927FAUN NO 35 – 1927

Die FAUN-Werke (Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg) gingen 1919 aus einer Fusion der Firmen Braun-Premier-Werke AG, der Nürnberger Wagenbau- und Radfabrik Karl Schmidt und der Fahrzeugfabrik Ansbach AG hervor. Man baute zunächst Personen- und Lastwagen, wobei die Geschäfte nicht besonders gut liefen. Sie liefen sogar so schlecht, dass 1927 ein Zwangsvergleich durchgeführt wurde. Karl Schmidt gelang es jedoch andere Aktienanteile zurückzukaufen und die Firma weiterzuführen. Im Zuge dieser Neustrukturierung wurde der unrentable Pkw-Bau aufgegeben und man spezialisierte sich auf Nutzfahrzeuge, speziell Kommunalfahrzeuge.

Parallel zum Bau von Kommunalfahrzeugen wandte man sich auch dem Bau von Omnibussen zu. Nach einigen Eigenbauten, erschienen 1926 die Typen NO 25 und NO 35-Niederrahmen-Typen, die in der Fahrzeugfabrik Ansbach gefertigt wurden. Nachdem die Fahrzeugfabrik Ansbach aber nicht mehr als Zulieferer für Omnibus-Fahrgestelle fungierte, entfiel der Buchstabe N in der Typenbezeichnung. Aber sonst änderte sich nicht viel, auch nicht für das wichtigste Modell dem O 35 N. Aufbauten hierfür lieferten nun Trutz in Coburg, Waggonfabrik Uerdingen und Kässbohrer in Ulm.

(Quelle und weitere Informationen: www.omnibusarchiv.de)