Altrip aus der Luft betrachtet

Heimat- und Geschichtsverein präsentiert Ausstellung mit alten und aktuellen Aufnahmen im Bürgerhaus

Die Heimatgemeinde mal von oben betrachten: Das konnten am Wochenende zahlreiche Altriper bei einem Besuch im Bürgerhaus Alta Ripa. Dorthin hatte der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) an beiden Tagen zu einer Ausstellung eingeladen. Anhand von umfangreichem Kartenmaterial für die Zeit vor und Luftaufnahmen ab dem Jahr 1930 bis heute wurde im Obergeschoss auf zwölf Tafeln die Entwicklung der Gemeinde aufgezeigt.

„Auf vielen Bildern sind noch Objekte zu sehen, die es heute leider nicht mehr gibt“, sagte Ortsbürgermeister Jürgen Jacob bei der Eröffnung der Ausstellung und nannte als Beispiel die historische Villa Baumann. HGV-Vorsitzender Alois Eitl erläuterte unter anderem die Bedeutung des Namens „Alta Ripa“, nämlich „hohes Ufer“. Mit Nachdruck wies er auf eine Münze aus der Gründungszeit der 1650 Jahre alten Gemeinde hin, die dem Verein gespendet wurde und nun besichtigt werden kann. Einzelne Exponate konnten sich die Besucher von Horst Hook erklären lassen, etwa eines, auf dem zwei nicht mehr existierende Inseln mit den Namen „Obere und Untere Altriper Kuhscheiß“ zu sehen sind. Zudem könne man auf der Karte von 1861 die Rheinkorrektur erkennen, der damals etliche Gewanne zum Opfer gefallen seien.

Auf 16 Luftbildern und zwölf Karten konnten die Besucher die Gemeinde von oben ansehen. | FOTO: LENZDie 16 Luftbilder und zwölf Kartenausschnitte führten bei der einen oder anderen Besuchergruppe zu lebhaften Diskussionen – etwa über mittlerweile versetzte Grenzsteine, frühere Gemarkungsgrenzen oder auch Erinnerungen an ehemalige Gebäude, die im Laufe der Jahre der Abrissbirne zum Opfer gefallen waren. Beim Gang durch die Galerie konnten sich die Gäste beispielsweise über die Einwohnerzahlen der Gemeinde Altrip informieren. Demnach lebten dort im Jahr 1761 etwa 250 Menschen, 1861 waren es 783 Einwohner und 1997 bereits 7667 Bürger.

Interessant gestaltete sich die Ausstellung auch für junge Besucher. Ein Vater etwa studierte eingehend eine Karte aus dem Jahr 1974, zeigte dann auf einen Punkt und teilte seinem etwa zwölfjährigen Sohn mit, dass dort das Elternhaus stehe. Der Junge schaute und antwortete irritiert: „Da stehen doch gar keine Häuser.“ Auch bei den gegenüber ausgestellten Luftbildern mit Detailaufnahmen von Gebäuden tauchten bei Kindern Fragen auf, etwa über die Standorte der Ziegelei Marx oder der Essigfabrik Schneider. Beeindruckend auch die Luftaufnahmen aus den Kriegsjahren 1944/45, auf denen Einschläge von Bomben und Granaten sowie der Standort der Flak markiert sind.

Wer auf dem Weg durch die Entwicklung Altrips hungrig geworden war, konnte sich im „Museumscafè“ im Erdgeschoss mit Hausmacher Wurst und im Backhaus gebackenen Brot sowie Kaffee und Kuchen stärken. | dkr

TERMIN
Die Ausstellung ist noch am Samstag, 25. März, 14 bis 18 Uhr, und Sonntag, 26. März, 11 bis 18 Uhr, zu sehen. Wer einen Kuchen spenden möchte, kann sich bei Karin Eitl, Telefon 06236/579050, melden.

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 13. März 2017)
Auf 16 Luftbildern und zwölf Karten konnten die Besucher die Gemeinde von oben ansehen. | FOTO: LENZ