Lilo Rasch ermittelt wieder

Ihre Fans dürfen sich schon freuen: Nach zwei Jahren Schreibpause sitzt die Altriper Krimiautorin Nela W. Feuerstein wieder am Schreibtisch. In ihrem neuen Werk lassen die liebgewordenen Figuren, die schon aus ihrer Krimi-Trilogie „Auf Killertrip in Altrip“ bekannt sind, die Grenzen ihres Orts hinter sich. Im Herbst soll das Werk fertig sein. | FOTO: MÖBUSDie Altriper Krimiautorin Nela W. Feuerstein schreibt zurzeit an ihrem fünften Buch

Ihre Fans dürfen sich schon freuen: Nach zwei Jahren Schreibpause sitzt die Altriper Krimiautorin Nela W. Feuerstein wieder am Schreibtisch. In ihrem neuen Werk lassen die liebgewordenen Figuren, die schon aus ihrer Krimi-Trilogie „Auf Killertrip in Altrip“ bekannt sind, die Grenzen ihres Orts hinter sich. Im Herbst soll das Werk fertig sein.

„Auf Höllenfahrt entlang der Haardt“ – so lautet der Arbeitstitel ihres neuesten Buchs, verrät die 52-jährige Nela W. Feuerstein. Und: Die Verbandsgemeinde, die Altrip zusammen mit ihren Nachbargemeinden Neuhofen, Waldsee und Otterstadt bildet, wird miteinbezogen. Früher soll es richtiggehende Feindseligkeiten und gar Prügeleien zwischen den Bewohnern der verschiedenen Orte gegeben haben. Auch wenn sich das glücklicherweise gelegt hat, hätten sich doch Kabbeleien bis heute gehalten – wie Cornelia Wettling-Feuerstein, wie die Autorin mit bürgerlichem Namen heißt, beim Theaterstück von Ingrid Lupatsch 2014 erleben durfte. „Das war toll, Frau Lupatsch hat tolle Ideen reingebracht, wie jeder über die anderen herzieht und schimpft“, sagt die Altriperin.

Humorvolle Dialoge, in denen ein Wort das andere gibt, wird es auch zur Genüge im neuen Krimi geben, denn „die Altriper Rentner mit ihren Frauen und Leute aus den anderen Gemeinden unternehmen im Bus eine Weihnachtsmarkt-Tour entlang der Haardt“, verrät Nela W. Feuerstein. Die fünf älteren Herren hat sie in ihren ersten Krimis „Morchelmord“, „Maibock“ und „Mückentod“ eingeführt, veröffentlicht als Trilogie unter dem Titel „Auf Killertrip in Altrip“. Das Quintett ist in die Verbrechen verwickelt, hilft aber der Hauptkommissarin Lilo Rasch, eine weitere wichtige Hauptfigur, mit wertvollen Hinweisen bei der Aufklärung.

Die Autorin hofft, dass sich – so wie sich der Wirkungskreis ihrer Figuren ausdehnt – auch ihre Leserschaft erweitert. „Ich würde gern auch Leser in den anderen Gemeinden gewinnen“, erzählt sie. Ihren Grundprinzipien, die ihre Leser an ihr schätzen, bleibe sie auch in ihrem neuen Werk treu: „Kurze, feine Krimis“ mit nur wenigen Seiten, die sich flott lesen lassen. Das spreche auch Menschen an, die eigentlich gar nicht so gern lesen, wie ihr ihre Leser zurückgemeldet haben.

Charakteristisch ist auch, wie die Altriperin ihre Umgebung zum Schauplatz einer spannenden Krimihandlung macht. Ihre bisherigen Bücher haben immer in Altrip gespielt: „Ich finde den Ort toll. Er hat was.“ Die Leser erkennen natürlich alle Schauplätze wieder: den Damm oder die Gegend um die mittlerweile gefällte Retzer-Eiche, in der in „Morchelmord“ die Pilze sprießen.

Recherchen im engeren Sinne betreibe sie nicht für ihre Bücher, plaudert die 52-Jährige aus ihrem Autoren-Nähkästchen. Zum einen sei sie dank ihrer zwei Hunde viel zu Fuß in Altrip unterwegs und lasse sich von der Umgebung und den Menschen inspirieren. Aber vor allem sei es ihre Fantasie, die ihr dabei die Impulse, Bilder und Ideen „einflüstert“: „Die besten Ideen kommen, wenn man Leerlauf hat, wenn ich mit den Hunden spazieren gehe.“

Sie lese auch selbst gern Krimis. „Vor allem von Ingrid Noll, Elizabeth George und Tess Gerritsen“, erzählt Nela W. Feuerstein, die sich als Autodidaktin bezeichnet. Eine Mischung aus Humor und Spannung sei ihr sowohl als Leserin als auch als Autorin wichtig. Und dabei kommen die Dialoge in Pfälzer Mundart ins Spiel, die in keinem ihrer Bücher fehlen – auch nicht in ihrem neuen Buch, betont sie. Denn das zeichne auch die Persönlichkeit ihrer Figuren aus, die liebenswert seien und immer die passende Antwort auf alles haben. Insbesondere ältere Menschen finde sie „spannend“. „Ihre Utzereien und Foppereien, Konflikte zwischen Alt und Jung und ihre Meinung, dass früher alles besser war – das habe ich aufgegriffen“, berichtet die Autorin.

Die Figuren, ob es nun die fünf Rentner sind, die schon in der ersten Krimitrilogie „Auf Killertrip in Altrip“ vorkommen, oder Hauptkommissarin Lilo Rasch, sind die Träger der Handlung und für den Fortgang der Geschichte verantwortlich. Einen detaillierten Plan für die Story oder eine Vorstellung, wer der Mörder ist, habe sie am Anfang nicht: „Ich lasse es erst einmal laufen und lasse interessante Figuren entstehen, die den Mord begangen haben könnten“, schildert sie ihren Schreibprozess. Im Lauf der Handlung komme sie an einen Punkt, an dem sich entscheiden müsse, welche der Figuren der Mörder war. Dass ihre Bücher in ihrer Heimat so gut ankommen, freut die 52-Jährige: „Manchmal klopfen die Nachbarn bei mir ans Fenster und möchten gern einen Krimi kaufen.“

NOCH FRAGEN?
Von Nela W. Feuerstein sind bis jetzt vier Bücher erschienen: die Trilogie „Auf Killertrip in Altrip“ (2010), „Feuerteufel – Mordstrara an der Blauen Adria“, Kurpfalzkrimi (2011), „Tamtam am Damm“ (2012) sowie „Blutworscht-Dorscht“ mit fünf Pfälzer Horrorgeschichten (2014). Die Bücher gibt es in Kotters Markt, Rheingönheimer Straße 21, Altrip, sowie im Schreiwer Hais’l, Lillengasse 5, in Schifferstadt, Telefon 06235/98596, Fax 06235/82493.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz regional- 12. April 2017 | Von Mechthild Möbus)