Ein paar hundert Meter vor dem Altriper Ortsschild baute die Ziegelei-Unternehmerfamilie Baumann 1922/23 nach den Plänen von Architekt Gustav Hook aus Neuhofen eine repräsentative Villa in Anlehnung an den klassizistischen Baustil. Der Plan war bereits Jahre zuvor gereift, doch erst nach dem 1. Weltkrieg als die Baubranche danieder lag, war Zeit und freie Kapazität für ein solches Projekt. Das Gebäude, das in einem großen Park lag, war zugleich auch ...
Rheinfähre
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Niemand will Risiko und Organisation übernehmen
Ein Samstagnachmittag in den 1950ern in Altrip
Das Ehepaar Erna und Karl S. saß, was in letzter Zeit selten vorkam, mit Sohn Erwin (16) und Tochter Elke (17) auch nach dem Mittagessen noch einige Zeit am Küchentisch. Schnell stellte sich heraus, dass dies einen handfesten Grund hatte. Nach einer bedrückenden Pause sprudelte es aus Erwin geradezu heraus: „Demnächst werde ich Sechzehn und da möchte ich gern ein „Raumo“. (Das war ein steuer- und führerscheinfreies Moped und kamaus Rheingönheim.) „Wenn dann mal etwas dran ist, dann…“ Doch der Vater unterbrach ihn ziemlich wirsch ...
Ein bedeutender Autor des Mittelalters
Obwohl seit 380 das Christentum im Römischen Reich Staatsreligion war, gab es in der Berichterstattung und in Chroniken keine einheitliche Jahresfolge, sondern es wurden zumeist Regierungsjahre der Kaiser, die Märtyrer-Ära Diokletians, die Zeit ab der Gründung Roms oder gar die Zeit „seit Erschaffung der Welt“ angeführt. Die heutige Anno-Domini-Zeitrechnung wurde häufig Dionysius Exiguus (gestorben 556) zugeschrieben. Doch erst der Mönch Regino war es, der als erster in seiner Weltchronik konsequent von Christi Geburt bis 906 durchgängig die Ereignisse mit „im Jahr der Fleischwerdung des Herrn“ beschrieb.
Zuerst nur für ein Winterhalbjahr geplant
Vor 70 Jahren, am 8. November 1955, begrüßte Altrips Bürgermeister Philipp Hermann Hook den Speyerer Professor Gruber zur ersten Veranstaltung des örtlichen Volksbildungswerkes. Gruber referierte über „Reichtum, Schönheit und Wert der heimischen Landschaft”, und Hook war erfreut, dass so viele Gemeinderäte und Lehrer gekommen waren, ebenso wie Schüler der achten Volksschulklasse...
Nur ein Kilo Bohnen und Erbsen für die Bedürftigen
Vor 80 Jahren, im Herbst 1945, wich auch in der Pfalz die zunächst aufgekommene Freude über das Kriegsende einer allgemeinen Ernüchterung. Im Industrieplan des Kontrollrats wurde eine Demontage der deutschen Industrie auf 50 Prozent des Vorkriegsstandes beschlossen. Bedeutende Industrieanlagen wurden von den Alliierten demontiert und abtransportiert. Selbst die kargen Zuteilungen auf den Lebensmittelkarten gab es nicht immer. Auch Altrip bereitete sich auf den Winter vor ...
Die neue Rheinfähre ist angekommen
Am Sonntag, 19. Oktober 2025, ist die neue Rheinfähre in Altrip angekommen – nach einer Reise rheinaufwärts von der Lux-Werft in Mondorf bei Bonn zu ihrem neuen Einsatzort am Altriper Anleger. Der moderne Neubau ersetzt die bisherige Fähre „Gerda“, die über 34 Jahre lang den Fährbetrieb zwischen Altrip und Mannheim sichergestellt hat. Damit beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte dieser für Pendler und Radfahrer gleichermaßen wichtigen Verbindung zwischen der Pfalz und Baden.
Der Hauch der Geschichte im alta ripa
Ein außergewöhnlicher Abend mit Genuss und Geschichte. Am 16. Oktober 2010 verwandelte sich das Bürgerhaus in Altrip in eine Zeitkapsel des alten Roms. Der Heimat- und Geschichtsverein lud zum „Philosophischen Culinarium“ und entführte die Gäste in die Welt der Römer – mit originalgetreuer Kleidung, römischem Würzwein (Mulsum) zur Begrüßung und einem festlich dekorierten Forum.
Nach der feierlichen Eröffnung durch Bürgermeister Jacob übernahmen zwei „römische Senatoren“ die Begrüßung – stilecht auf Latein und in pfälzischem Dialekt. Marianne Riermeier präsentierte kulinarische Spezialitäten aus der Antike: Von Wachteleiern über Feigen und Datteln bis zu würzigem Bulgur – jeder fand seine persönliche Köstlichkeit.
Ein römischer Legionär aus Rheingönheim und seine Begleiterin gaben spannende Einblicke in das Leben, die Kleidung und die Waffen der Römer. Auch die Verbindung zur regionalen Geschichte wurde betont, etwa durch den Archäologiepark und seine Funde.
Philosophische Lesungen, darunter Gedanken zur römischen Stoa, rundeten das kulturelle Programm ab. Zum Abschluss verwöhnten Ragout, Joghurt und Quittenmus die Gäste. Der Abend endete in geselliger Runde – ein rundum gelungenes Erlebnis, das Lust auf weitere historische Veranstaltungen macht.
Das Gesicht des internationalen Sandbahnrennens
Am 13. Oktober 2025 ist Karl Martin Gensinger im Alter von 81 Jahren verstorben. Er prägte das Internationale Sandbahnrennen in Altrip und engagierte sich jahrzehntelang für den Motorsport und die Kommunalpolitik. Für seine Verdienste erhielt er unter anderem die Freiherr-vom-Stein-Plakette und die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz. Gensinger war 50 Jahre lang Mitglied des Ortsgemeinderats Altrip für die CDU und hatte zahlreiche weitere Ämter inne, darunter Erster Beigeordneter und Beigeordneter in Altrip sowie Beigeordneter und Ratsmitglied in der Verbandsgemeinde Rheinauen. Auch im Kreistag war er aktiv. Fast 30 Jahre leitete er den CDU-Ortsverein und wurde später Ehrenvorsitzender, ebenso wie im Motorsportclub Altrip, den er 47 Jahre führte. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Sandbahnrennen zu einer renommierten Veranstaltung. Dem erfolgreichen Wirken von Karl-Martin Gensinger für die Dorfgemeinschaft wird ewig ein ehrendes Andenken bewahrt werden.
Passagierscheine aufgehoben
Vor 80 Jahren, am 8. Oktober 1945, wurden innerhalb des Regierungsbezirks Hessen-Pfalz die Passagierscheine in der französischen Besatzungszone aufgehoben. Zuvor durften sich etwa die Altriper nur sechs Kilometer weit von ihrem Ort entfernen. Die Nachbargemeinde Waldsee lag aber sieben Kilometer entfernt und war somit ...





