Am 25. April 1952 stellte der „Arbeiter Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität“ bei der Gemeinde Altrip einen besonderen Antrag. Der Verein bat darum, das gemeindeeigene Gelände „Vierzig Morgen“ nutzen zu dürfen. Dort sollte eine Motorrad-Sandbahn angelegt werden.
Eine Sandbahn ist eine Rennstrecke für Motorräder auf sandigem Untergrund. Solche Rennen waren damals bei vielen Motorsportfreunden sehr beliebt. Der Verein wollte das Gelände deshalb für sportliche Veranstaltungen und Rennen verwenden.Zur gleichen Zeit zeigte jedoch auch ein Industriebetrieb Interesse an den „Vierzig Morgen“. Das Unternehmen dachte offenbar darüber nach, sich auf dem Gelände anzusiedeln. Dadurch entstand für die Gemeinde eine schwierige Situation. Sie musste entscheiden, ob das Gelände künftig für industrielle Zwecke oder für den Motorsport genutzt werden sollte.
Deswegen traf die Gemeinde zunächst keine Entscheidung. Die Frage wurde zurückgestellt, bis klar war, wie sich die Pläne entwickeln würden.
Später stellte sich heraus, dass die Ansiedlungspläne des Industriebetriebs nicht verwirklicht wurden. Damit war das Gelände wieder für andere Nutzungen verfügbar.
In den folgenden Jahren entwickelte sich auf den „Vierzig Morgen“ der Motorsport in Altrip. Ab dem Jahr 1955 veranstaltete der Motorsportclub Altrip im ADAC dort Moto-Cross-Rennen. Bei diesen Wettbewerben fahren die Teilnehmer mit ihren Motorrädern über eine anspruchsvolle Strecke mit Kurven, Bodenwellen und Hindernissen.
Der Motorsport gewann in Altrip zunehmend an Bedeutung. Deshalb wurden die Veranstaltungen weiter ausgebaut. Seit dem Jahr 1958 fanden auf dem Gelände sogar internationale Sandbahnrennen statt. Zu diesen Rennen kamen Fahrer aus verschiedenen Ländern, um ihr Können auf der Altriper Sandbahn zu zeigen.
Damit wurden die „Vierzig Morgen“ zu einem wichtigen Ort des Motorsports in Altrip und weit über die Gemeinde hinaus bekannt. Die Entscheidung, das Gelände nicht für eine Industrieansiedlung zu nutzen, machte schließlich den Weg für diese Entwicklung frei.
(Fakten: Wolfgang Schneider, 2002)



